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Dabei gehe es pro Versichertem um ein paar Euro mehr Prämie, die letztlich das System besser finanzierbar und im Fall der Fälle eine breitere Schadensabdeckung für alle ermöglichen würden, so der Ex-ÖVP-Finanzminister im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien. Von einer "Versicherungspflicht", die unlängst schon Thema bei der Dürreversicherung war, wolle er dabei nicht sprechen: Ein solches System stütze sich auf ein geschärftes Bewusstsein - etwa dafür, dass Menschen auch von Unwetterkatastrophen in Gebieten betroffen sein könnten, die nicht an besonders gefährdeten Orten liegen.
Eine Erweiterung der Feuerversicherung oder ähnliche Konzepte werde es jedenfalls brauchen, wolle man dem steigenden "Leidensdruck durch den Klimawandel" begegnen, sagte Löger. Er verwies darauf, dass über die vergangenen zwei Jahrzehnte die Schadenssummen für Versicherungen deutlich angewachsen und laut Klimaforschern kein Ende des Trends in Sicht sei. Das Problem für die Erstversicherer: Da es sich beim Klimawandel um ein globales Phänomen handle, werde auch der Risikoausgleich durch die Rückversicherer schwieriger und daher eine breitere Versicherungsbasis notwendig.
Lob teilte der Manager für die Bundesregierung aus, da sie es bei dem Dürrehilfspaket für die Bauern vermieden habe, den Katastrophenfonds anzuzapfen, was vor allem ÖVP-Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig ein Anliegen gewesen wäre. Damit hätte man aber letztlich den "Sinn der Versicherung" aus den Augen verloren, greife der Fonds nach seinem Wesenszweck ja nur dort, wo keine Versicherbarkeit gegeben sei, argumentierte Löger.
Einen Schritt in die richtige Richtung ortet der ehemalige Minister im von ÖVP-Kanzler Christian Stocker vorgeschlagenen "Zukunftsdepot". Bei den Pensionen müsse das "System erweitert werden", und da sei ein solches Depot ein "gutes Symbol". Ebenso sei es wichtig, dass es nun Fortschritte bei der betrieblichen Vorsorge - ein entsprechendes Paket passierte gestern den Sozialausschuss - gebe. Bei der Reform sieht der Chef der Vienna Insurance Group (VIG) auch die Interessen der Versicherungswirtschaft gewahrt, zumal es künftig möglich sein wird, eine Abfertigungsanwartschaft als Einmalprämie steuerfrei in eine bestehende Lebensversicherung zu übertragen.
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/HANS KLAUS TECHT