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Für die einen hat er laut den Mitschriften vorwiegend vorsorglichen Charakter. Das andere Lager in der Federal Reserve sieht darin einen Kurswechsel hin zu einer deutlich restriktiveren - sprich strafferen - Geldpolitik, die darauf abzielt, die Wirtschaft zu bremsen.
Die US-Wirtschaft brummt trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg: Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,2 Prozent. Zugleich hält sich die Inflation in den USA bereits seit fünfeinhalb Jahren hartnäckig über dem Zielwert der Fed von zwei Prozent.
Die Uneinigkeit und die unterschiedlichen Einschätzungen zur aktuellen Wirtschaftslage lassen für die geldpolitische Sitzung Ende des Monats eine voraussichtlich lebhafte Debatte erwarten. Sie dürfte darum kreisen, ob die Inflation eine breitere, nachfragebedingte Dimension angenommen hat, die sofortiges weiteres Handeln der Fed rechtfertigt. Als Alternative käme in Betracht, mit weiteren Zinserhöhungen abzuwarten und zu beobachten, ob sich der Energieschock abschwächt und die Inflation wieder in Richtung des Ziels der Zentralbank zurückkehrt.
Mehrere Währungshüter äußerten auf der September-Sitzung die Ansicht, dass der aktuelle Leitzins nicht oder nur geringfügig restriktiv sei. "Die meisten Teilnehmer schätzten es so ein, dass eine weitere Anhebung der Leitzins-Spanne bis Jahresende wahrscheinlich angemessen wäre", heißt es in den Protokollen.
Dies entspricht auch dem von der Fed veröffentlichten Zinsausblick der Währungshüter. Fed-Chef Kevin Warsh hatte sich allerdings nicht daran beteiligt. Er will, dass sich die Anleger an den Fundamentaldaten ausrichten und somit ein ungefiltertes und nicht von der Zentralbank bearbeitetes Signal erhalten.
WASHINGTON - USA: FOTO: APA/APA/GETTY IMAGES/ANDREW HARNIK