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Es sei allerdings letztlich einstimmig entschieden worden, den Leitzins bei 2,50 Prozent beizubehalten. Man sei in einer "guten Position", um stillzuhalten. Eine gemäßigte Herangehensweise erscheine dem EZB-Rat zum gegenwärtigen Zeitpunkt angemessen. Man wolle auf zusätzliche Informationen warten, sagte Lagarde - etwa mit Blick auf Prognosen der EZB-Ökonomen und Daten zum Bruttoinlandsprodukt und zur Industrie.
Die Hüter des Euro hatten im Juni erstmals seit fast drei Jahren den Leitzins angehoben und im September nachgelegt. Mit einer Inflationsrate von zuletzt 3,8 Prozent im Euroraum ist die Zentralbank jedoch noch weit von ihrem Ziel einer Teuerung von 2,0 Prozent entfernt. Die EZB bleibt daher wachsam: "Der EZB-Rat ist fest entschlossen, seine Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von zwei Prozent stabilisiert", heißt es im Begleittext zum Zinsentscheid.
Im Begleittext hieß es weiter: "Das größere Ausmaß und die längere Dauer des Energieschocks sowie die Auswirkungen auf indirekte Effekte und Zweitrundeneffekte dürften die Inflation in die Höhe treiben und das Wachstum schmälern."
An den Finanzmärkten wird eine weitere Zinserhöhung für Dezember erwartet, sollte die von gestiegenen Energiepreisen im Zuge des Iran-Krieges angefachte Inflation nicht abflauen. Es wäre der dritte Zinsschritt nach den Anhebungen im Juni und September. Zwar haben die Währungshüter keinen Einfluss auf die Öl- und Gaspreise. Doch sie wollen verhindern, dass sich durch die teure Energie sogenannte Zweitrundeneffekte entwickeln. Damit ist gemeint, dass sich Preise und Löhne hochschaukeln und die Inflation verfestigen.
Selbst hatte Lagarde am Donnerstagvormittag ihren vorzeitigen Rückzug für 7. Februar 2027 angekündigt. Die Amtszeit würde regulär bis Oktober laufen. Es geht offenbar darum, vor der französischen Präsidentenwahl eine neue EZB-Spitze zu fixieren, da es danach komplizierter werden könnte, sollte dort die Rechte gewinnen. Man sehe sich noch nach weiteren Zinssitzungen, sagte Lagarde bei der Pressekonferenz bezogen auf ihre andauernde Sacharbeit bis zum Rückzug.