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"Sollte der Schock zu einem zwar großen, aber nicht allzu anhaltenden Überschreiten unseres Ziels führen, könnte eine gewisse Anpassung der Geldpolitik gerechtfertigt sein." Die Notenbank habe eine Strategie, die für eine Welt mit erhöhter Unsicherheit konzipiert sei und Risiken und Szenarien in den Mittelpunkt stelle. "Wir verfügen über abgestufte Handlungsoptionen", fügte sie hinzu.
Lagarde betonte, die EZB sei vorbereitet, falls es Zeit zum Handeln sei: "Wir werden nicht handeln, bevor wir ausreichend über Ausmaß, Dauer und Ausbreitung des Schocks informiert sind", ergänzte sie. Doch werde man sich nicht von Zögern leiten lassen: "Unser Ziel, mittelfristig eine Inflation von 2 Prozent zu erreichen, ist bedingungslos", sagte sie auf der Konferenz "The ECB and its watchers".
Der EZB-Rat beließ den Leitzins zuletzt bei 2,0 Prozent. Zugleich zeigten sich die Währungshüter wegen des Ölpreisschocks alarmiert: Durch höhere Energiepreise werde sich der Iran-Krieg auf kurze Frist "erheblich" auf die Inflation auswirken, warnte die Notenbank. An den Finanzmärkten wird auf eine nahende Zinserhöhung spekuliert.