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Gestützt wurden die Börsen zum Wochenschluss von der Aussicht auf eine Zinspause der US-Notenbank bei ihrer kommenden geldpolitischen Sitzung. Zudem hat sich auch der Ölpreis, der zuletzt noch Inflationsängste geschürt hatte, nur verhältnismäßig wenig bewegt.
Die am Vormittag gemeldeten Wirtschaftsdaten aus der Eurozone waren wie erwartet ausgefallen. Die Wirtschaft im Euroraum ist im zweiten Quartal wie von Analysten prognostiziert um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gewachsen, wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Im ersten Quartal hatte die Wirtschaft noch stagniert. Wichtige Unternehmensnachrichten gab es zum Wochenschluss kaum.
Gut gesucht waren zu Mittag mit guten Börsenvorgaben aus Asien einige Technologiewerte. So stiegen SAP-Aktien in Frankfurt um über 5 Prozent. Treiber dafür ist die Branchenfantasie wegen eines Berichts der Nachrichtenagentur Reuters, wonach der Finanzinvestor Silver Lake derzeit über den milliardenschweren Kauf des US-Unternehmens Workday verhandeln soll.
Auch andere deutsche Branchenwerte wie Nemetschek oder Teamviewer zogen deutlich an. Analyst Balajee Tirupati von der Citigroup glaubt, dass das Interesse an einem großen Branchenkonzern die Bedenken mildert, die Anleger lange Zeit wegen einer möglichen Verdrängung klassischer Softwarelösungen durch KI-Angebote hatten.
Gewinne verbuchten europaweit Rüstungsaktien. Besonders deutlich nach oben ging es mit Rheinmetall, die Titel des deutschen Rüstungskonzerns stiegen um fast 3 Prozent. Die Stimmung für die Branche bessert sich seit Mitte Juli schon und dies setzte sich am Freitag fort. Ganz frisch vermeldete Rheinmetall einen Großauftrag aus Dänemark für die Lieferung des Schiffsschutzsystems MASS. Der Auftragswert liegt den Angaben zufolge im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Unter Druck kamen hingegen die in London notierten Aktien großer Bergbaukonzerne. Titel der Branche litten unter der jüngsten Korrektur der Goldpreise. Besonders schwach zeigten sich Antofagasta, die Aktien des Minenbetreibers waren mit einem Minus von 4,2 Prozent die größten Verlierer im FTSE. Die Titel hatten bereits am Vortag über 6 Prozent eingebüßt, nachdem der Bergbauriese den Ausblick für seine Kupferproduktion gesenkt hatte.
Impulse für die Börsen könnten am Nachmittag noch die anstehenden US-Einzelhandelsdaten liefern. Die Fußball-WM könnte hier zwar positiv gewirkt haben, gleichzeitig dürfte aber der Benzinpreisrückgang im Erhebungszeitraum die Umsätze belastet haben, erwarten die Analysten der Helaba. Im ebenfalls am Nachmittag anstehenden Index der Verbraucherstimmung dürfte hingegen der jüngste Benzinpreisanstieg negativ durchgeschlagen haben, so die Experten.
Aufmerksam verfolgt wird an den Märkten auch weiter die Entwicklung des Nahostkonflikts. Der Iran hat zuletzt Äußerungen von US-Präsident Donald Trump widersprochen, wonach die USA die Kontrolle über die wichtige Handelsstraße von Hormuz hätten. Unterdessen sind zwei Schiffe des staatlichen emiratischen Ölkonzerns Adnoc in der Straße von Hormuz angegriffen worden. Die Vereinigten Arabischen Emirate verurteilten den Angriff, für den sie den Iran verantwortlich machen.
FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND