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Der Euro-Stoxx-50 verlor zu Mittag 0,9 auf 5.841 Punkte. In Frankfurt gab der DAX ein Prozent auf 24.106 Einheiten ab. Außerhalb der Eurozone sank der schweizerische SMI um 0,1 Prozent auf 13.085 Punkte. Der britische FTSE 100 fiel um 0,5 Prozent auf 10.223 Punkte.
Die unsichere Lage spiegelte sich auch im deutschen ZEW-Index wider. "Der ZEW-Index erholt sich im Mai leicht - eine positive Überraschung", stellte Robin Winkler, Deutschland-Chefvolkswirt der Deutschen Bank, zwar fest. "Gleichwohl sind die Konjunkturerwartungen der Analysten weiterhin deutlich schlechter als vor Ausbruch des Iran-Krieges." Der Iran-Konflikt habe die Wachstumserwartungen für die nächsten Monate mehr oder weniger zunichte gemacht.
Von der Zuspitzung der Lage am Persischen Golf profitierten einmal mehr die Ölwerte, die zu den wenigen Sektoren im Plus gehörten. Auch die defensiven Pharmawerte hielten sich etwas besser. Hier legten Bayer um über sechs Prozent zu. Gute Geschäfte rund um Soja- und Maissaatgut sowie das laufende Sparprogramm hatten dem Unternehmen zu einem überraschend starken Jahresstart verholfen.
Im ansonsten stabilen Telekomsektor verloren Vodafone 4,7 Prozent. Neue Quartalszahlen des britischen Telekomkonzerns hatten für Enttäuschung gesorgt. Die Analysten von Bernstein bemängelten die schwache operative Entwicklung. Im Deutschland-Geschäft sei die geringe Dynamik im Geschäftskundenbereich aufgefallen.
Etwas besser kamen die Halbjahreszahlen von Imperial Brands an. Die Analysten von Jefferies sprachen von einem im Rahmen der Erwartungen liegenden Zahlenwerk. Sie bestätigten ihre Kaufempfehlung und verwiesen auf die günstige Bewertung der Aktie.
Die Papiere des steirischen Chip- und Sensorenherstellers ams-Osram verloren an der Börse Zürich 1,86 Prozent auf 19,00 Franken. Analysten der Baader Bank haben ihre Empfehlung für die ams-Osram-Aktien von "sell" auf "reduce" hochgenommen. Das Kursziel auf 6-Monatssicht liegt aktuell bei 21,70 Schweizer Franken. Die Analysten der Deutsche Bank Research wiederum haben ihr Kursziel für ams-Osram von 9,5 auf 16 Franken nach oben revidiert. Das Anlagevotum "Hold" hat der zuständige Experte Robert Sanders unverändert gelassen.
Die Aktien von ams-Osram sind zuletzt aufgrund der Hoffnungen auf eine starke Marktposition im Bereich KI-Rechenzentren deutlich gestiegen. Das Unternehmen hat kürzlich einen Prototyp entwickelt und hat nun "eine Entwicklungsvereinbarung mit einem führenden Partner aus der KI-Photonikbranche geschlossen, um die Kommerzialisierung voranzutreiben". Verständlicherweise hält sich das Unternehmen bedeckt, ob es sich bei dem Partner um einen Hyperscaler oder einen Vermittler handelt, bestätigte aber, dass es sich nicht um ein Startup handelt, hieß es in der Unternehmensanalyse.