Europas Leitbörsen schließen ohne klare Richtung

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Technologiewerte gefragt
 © AFP, LUDOVIC MARIN, Apa
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Europas Aktienmärkte haben am Dienstag ohne klare Richtung geschlossen. Nach einem lange positiven Sitzungsverlauf kam im Späthandel Gegenwind durch den verhaltenen Handelsstart an der Wall Street und etwas erholte Ölpreise. Der Euro-Stoxx-50 gewann letztlich 0,30 Prozent auf 6.320,26 Punkte. Der Frankfurter DAX stieg um 0,10 Prozent auf 25.399,21 Zähler. In London fiel der FTSE-100 um 0,45 Prozent auf 10.636,71 Einheiten.

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Nach Ansicht von Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets bleiben die Anleger trotz hoher Ölpreise sowie Anleiherenditen zuversichtlich und setzen "auf eine mögliche Deeskalation im Nahen Osten und die damit verbundenen positiven Folgen für Inflation und Weltkonjunktur." So sanken die Ölpreise im Tagesvergleich etwas, bleiben aber hoch.

Neue Konjunkturdaten beurteilte Lipkow als durchwachsen. "Das Industrievertrauen erholt sich weiter von seinen Tiefständen, während die Stimmung im Dienstleistungssektor hinter den Erwartungen zurückbleibt", betonte der Marktexperte. "Unter dem Strich reicht das aus, um die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung am Leben zu halten."

Stärkster Sektor waren die Technologiewerte, allen voran die Halbleiteraktien. So legten ASML um 4,2 Prozent zu. "Trotz der zuletzt aufgekommenen Zweifel an Wachstum, Investitionen und Bewertungen bleibt die KI-Story für viele Investoren attraktiv", merkte Lipkow an. "Solange die Anleger an die langfristigen Wachstumsperspektiven glauben, werden Rücksetzer bei den entsprechenden Aktien weiterhin auch als Kaufgelegenheiten gesehen."

Zur Schwäche neigten dagegen Infrastrukturwerte. Die sonst wenig volatilen Aktien von Vinci sanken um 2,4 Prozent. Auch Titel anderer französischer Infrastrukturunternehmen wie ADP und Eiffage gaben nach. Marktteilnehmer verwiesen auf Steuerpläne der französischen Regierung. Danach sollen im Rahmen des Haushalts für 2027 Steuern für Transport-Infrastruktur angehoben werden.

In der zweiten Reihe kamen Lindt & Sprüngli unter Druck und sackten um 8,7 Prozent ab. Der Titel reagierte damit auf die zweite Senkung der Umsatzprognose im laufenden Jahr. Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy betonte, dass dadurch das Vertrauen in die Prognosefähigkeit des Unternehmens untergraben werde. Und diese sei bisher ein wesentlicher Faktor für die hohe Bewertung gewesen.

Für die Anteilsscheine von British American Tobacco ging es um 1,9 Prozent nach unten. Der Tabakkonzern erwartet für das Gesamtjahr ein Umsatzwachstum am unteren Ende der Prognosespanne, teilte das Unternehmen im Zuge eines Kapitalmarkttags mit.

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