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Der Euro-Stoxx-50 stieg auf den höchsten Stand seit rund einem Monat und gewann letztlich 1,97 Prozent auf 6.265,71 Punkte. Er befreite sich damit vorerst aus dem Abwärtstrend, der im August begonnen hatte. In Frankfurt schloss der DAX um 2,22 Prozent fester bei 26.437,67 Zählern. Außerhalb der Eurozone stieg der FTSE-100 um 1,79 Prozent auf 10.829,21 Einheiten.
Jochen Stanzl, Analyst bei der Consorsbank, schrieb: "Der Wahlverlierer des Tages heißt Donald Trump. Die USA werden in zwei Monaten eine geteilte Regierung bekommen und das verringert das Risiko größerer politischer Veränderungen. Das war in der Vergangenheit positiv für den europäischen Aktienmarkt, da die politischen Unsicherheiten, die damit verbunden sind, nachlassen."
Jedoch gibt es auch warnende Stimmen. "Die Exekutive verfügt über weitreichende Befugnisse in den Bereichen Zölle und Außenpolitik", schrieben die Marktstrategen der UBS. Zudem hätte Trump ein Veto, während die Senatsregeln und die gespaltene Regierung größere Reformen einschränken würden. "Das deutet eher auf eine erhöhte legislative Reibungsfläche hin als auf eine Umkehrung der Agenda der Regierung."
Untermauert wurde die positive Stimmung durch die deutlich gefallenen Rohölpreise. So sank der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent erstmals seit Anfang Oktober unter 100 US-Dollar. Nach der Wahlniederlage erwarten einige Händler wohl eine niedrigere Wahrscheinlichkeit für erneute Angriffe der USA auf den Iran. US-Vizepräsident Vance machte den Krieg gegen den Iran für die Wahlniederlage verantwortlich.
Stärkster Sektor waren die Bankwerte, der entsprechende Branchenindex erholte sich um beachtliche 4,3 Prozent. Marktteilnehmer verwiesen neben Konjunkturoptimismus auch auf Umschichtungen aus dem Technologie-Bereich und den USA. Die Geldhäuser seien zuletzt von den Diskussionen um die immensen Investitionen in Künstliche Intelligenz und ihre Amortisierung zumindest indirekt betroffen gewesen. Zudem seien die EZB-Zinserwartungen zuletzt wieder gestiegen.
Gefragt waren auch Einzelhandelsaktien. Hier ragten Ahold Delhaize mit einem Anstieg von 6,6 Prozent heraus. Dank einer starken Entwicklung auf den europäischen Absatzmärkten habe der Handelskonzern besser abgeschnitten als erwartet, so die Experten der kanadischen RBC. Die Kürzung der Jahresziele erscheine weniger drastisch, als man habe befürchten müssen, merkten zudem die Analysten von Jefferies an.
Gut kamen zudem die Zahlen von Novo Nordisk an. Das Unternehmen hatte nach einem überraschend starken Quartal ein weiteres Mal seine Prognose für das laufende Jahr angehoben. Der gute Lauf seiner Appetitzügler stimmt den dänischen Pharmahersteller optimistischer. Auch der Start der Wegovy-Abnehmpille in wichtigen Märkten beflügelte. Die Aktie gewann 5,6 Prozent.
Ein starker Quartalsbericht von Heidelberg Materials lieferte Baustoffwerten Auftrieb. Die Aktien des deutschen Unternehmens stiegen um 9,6 Prozent. Holcim und Saint Gobain waren jeweils gut drei Prozent Aufschlag ebenfalls gefragt.