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Rund eine halbe Stunde nach Sitzungsbeginn notierte der US-Leitindex Dow Jones Industrial um 2,18 Prozent höher auf 52.916,82 Punkten. Der marktbreite S&P-500 gewann 1,52 Prozent auf 7.684,08 Zähler. Für den technologielastigen Nasdaq Composite ging es um 1,85 Prozent auf 25.840,24 Einheiten hinauf.
Bei der Parlamentswahl haben die Bürger der USA mit der Politik des republikanischen Präsidenten Donald Trump abgerechnet und den Demokraten die volle Kontrolle über die beiden Kammern des Kongresses übertragen. Die Ergebnisse waren in der Früh europäischer Zeit so eindeutig, dass auch Trump nichts anderes übrig blieb, als zu gratulieren.
In Reaktion auf die Wahlergebnisse gaben die Renditen an den Anleihenmärkten nach. Zudem fiel der US-Dollar zum Euro. Diese Entwicklungen spiegeln die Erwartung wider, dass die demokratische Mehrheit im Kongress eine weitere Ausweitung der Fiskalpolitik eindämmen wird, was die Bedenken hinsichtlich der Staatsverschuldung mindert. Es wird davon ausgegangen, dass Aktien von den niedrigeren Renditen und der Zuversicht profitieren, dass die US-Wirtschaft weiterhin robust bleibt.
"Die Kombination aus einer großen demokratischen Mehrheit im Kongress und der Erklärung von Präsident Trump, er sei bereit, mit der Opposition zusammenzuarbeiten, dürfte extreme politische Entwicklungen abbremsen", sagte George Saravelos, globaler Leiter der Devisenstrategie bei der Deutschen Bank.
Joachim Schallmayer, Leiter Kapitalmärkte und Strategie bei der Dekabank, schrieb: "Die Machtverhältnisse verändern sich deutlich, jedoch geordnet." Einzelne Branchen - vor allem Künstliche Intelligenz, Energie und Finanzen - könnten neue Rahmenbedingungen bekommen. So gelten die Demokraten als aufgeschlossen gegenüber Alternativen Energien, während Trump die Anbieter fossiler Rohstoffe bevorzugt. Entsprechend zogen im frühen Handel Werte aus der Solarindustrie wie First Solar und Enphase Energy um bis zu 13 Prozent an.
Gefragt waren auch einige Aktien aus dem Gesundheitsbereich, da Anleger nun auf mehr staatliche Mittel für Krankenversicherungsprogramme hoffen. HCA Healthcare und Universal Health zogen um bis zu 7,5 Prozent an.
Unter Druck kamen dagegen einige KI-Werte, da darauf spekuliert wird, dass nun mehr Hürden für den Bau von Rechenzentren geschaffen werden. Die Titel des Rechenzentrumbetreibers CoreWeave büßten fast sechs Prozent ein. Chipwerte wie Micron, Sandisk und Marvell verloren bis zu 5,5 Prozent. Eine Ausnahme bildeten die Titel von AMD, die nach guten Zahlen des Halbleiterherstellers 1,6 Prozent zulegten.
Dabei schauen die Anleger auch nach Texas, wo erstmals seit mehr als 30 Jahren die Demokraten die Gouverneurswahl gewonnen haben. Das birgt nun erhebliche Regulationsrisiken für das Firmenimperium von Elon Musk. Dementsprechend büßten die Aktien des Elektroautobauers Tesla und des Weltraum- und KI-Konzerns SpaceX jeweils rund fünf Prozent ein.
Auch Rüstungswerte konnten sich angesichts der nun erwarteten Hürden im Budgetprozess der positiven Marktstimmung nicht anschließen. Lockheed Martin etwa verloren drei Prozent. Zu den Verlierern gehörten zudem Ölwerte. Chevron fielen um 2,8 Prozent. Aktien des "Truth Social"-Betreibers Trump Media rasselten um elf Prozent hinab.