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Die Anleger mussten zuerst verdauen, dass die US-Notenbank Fed ihre erste Zinserhöhung seit drei Jahren vorgenommen hat. In der Nachbetrachtung kommt die Entschlossenheit des Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh, die Inflation zu bekämpfen, aber gut an. Anleger zeigten sich beruhigt davon, dass die Währungshüter weiter unabhängig von der Politik bleiben. "Die Fed verteidigt ihre Glaubwürdigkeit", kommentierte Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust.
Außerdem stützen die etwas nachgebenden Ölpreise. Hilfreich bleibt die am Vortag schon aufgekommene Hoffnung, dass eine wichtige Ölpipeline in Saudi-Arabien zeitnah wieder in Betrieb genommen werden könnte. "Ich würde noch nicht von Entwarnung sprechen", sagte allerdings der Anlagestratege Haris Khurshid vom Hedgefonds Karobaar Capital. Der Markt würde damit zwar etwas Kapazität zurückgewinnen, doch es gebe kaum Puffer für unvorhergesehene Ausfälle.
Mit den nachlassenden Ölpreisen lassen auch die Inflationssorgen wieder etwas nach, und dies äußert sich neben dem Kursanstieg bei Aktien auch in anziehenden Kursen von US-Staatsanleihen, was im Umkehrschluss dafür sorgt, dass deren Renditen etwas nachlassen.
Experten gehen davon aus, dass nach der nun absolvierten Fed-Zinserhöhung die Gewinnerwartungen wieder zum wichtigsten Aktientreiber werden. So glauben die Strategen der UBS nicht, dass die Märkte von der US-Notenbank "aus der Bahn geworfen werden". Mindestens eine weitere Zinserhöhung gelte zwar als wahrscheinlich, doch es sei schon viel eingepreist. Wirtschaftliche Stärke und starke Unternehmensgewinne machten steigende Zinsen leichter verkraftbar.
Unternehmen aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) entwickelten sich im frühen Handel überwiegend höher. Zum Beispiel wurden die Aktien von Nvidia, Intel und Marvell Technology zwischen 0,8 und vier Prozent höher gehandelt.
Neben Nvidia konnten unter den wichtigsten Techwerten an der Nasdaq auch Amazon um zwei Prozent zulegen. Der Online-Händler und Clouddienst-Anbieter hat für seine Rechenzentren einen weitreichenden Liefervertrag abgeschlossen. Im Wert von bis zu 8 Milliarden US-Dollar sollen Generatoren vom Unternehmen Generac kommen, dessen Kurs daraufhin um 27 Prozent hochschnellte. Vorgesehen ist auch eine Option auf eine Beteiligung von Amazon an Generac.