
von
Vor den anstehenden Notenbanksitzungen von Fed, EZB und Bank of Japan am Mittwoch, Donnerstag und Freitag herrsche vielmehr Zurückhaltung. "Die hohen Energiekosten erhöhen das Risiko eines erneuten Inflationsschubs und könnten die Währungshüter zu einer restriktiveren Geldpolitik zwingen." Was die Aktienmärkte derzeit jedoch am wenigsten gebrauchen können, seien zusätzliche Zinsanhebungen.
Der Euro-Stoxx-50 legte um die Mittagszeit um 0,28 Prozent auf 6.133,06 Punkte. Der deutsche DAX gewann 0,20 Prozent auf 25.460,02 Einheiten. Außerhalb des Euroraums zog der Schweizer Leitindex SPI um 0,38 Prozent auf 20.584.46 Zählern hinauf. Der "Footsie". der britische FTSE-100 sank unterdessen um 0,61 Prozent auf 10.700,81 Punkte. Ihn belasteten hauptsächlich enttäuschende Quartalsberichte der HSBC und von Reckitt.
So war die Bankbranche in Europa Schlusslicht unter den Sektoren. Durchwachsene Zahlen der Großbank HSBC zum dritten Jahresviertel belasteten. Zwar meldete das Finanzinstitut einen kräftigen Gewinnanstieg im dritten Jahresviertel und möchte weiter Aktien zurückkaufen, doch die Zinserträge und das Vermögensverwaltungsgeschäft enttäuschten. Laut JPMorgan dürften die Konsensschätzungen für das Ergebnis je Aktie in den Jahren 2026 bis 2028 nun im niedrigen einstelligen Prozentbereich sinken. Das HSBC-Papier gab um 7,3 Prozent nach. Im Euro-Stoxx etwa verloren BBVA 1,3 Prozent und ING 1,0 Prozent.
Reckitt verringerten ihre Verluste im Handelsverlauf etwas und büßten zuletzt 4,2 Prozent ein. Lieferengpässe hatten im abgelaufenen Quartal den Absatz von Reinigungsprodukten in den USA beeinträchtigt. Obendrein hatten die Vitaminmarken von Reckitt in China einen Rückschlag zu verkraften. Das Umsatzwachstum fiel entsprechend schwächer als erwartet aus, das Jahresumsatzziel für die Kernmarken wurde gekappt.
Autowerte wurden europaweit belastet, da Mercedes sein Jahresgewinnziel senkte. Als Schlusslicht im Euro-Stoxx gab diese Aktie um 4,4 Prozent nach, gefolgt von BMW und V W, die jeweils 1,6 Prozent einbüßten. Im CAC 40 verloren Stellantis 1,9 Prozent und Renault 2,4 Prozent.
Orange legten im französischen Leitindex nach anfänglichen Verlusten um 0,5 Prozent zu. Der Telekomkonzern hob zur Zahlenvorlage zwar sein operatives Jahresergebnisziel an, doch laut JPMorgan befindet sich die Konsensschätzung bereits in etwa dort.
Novartis war Favorit im der Schweiz mit plus 1,7 Prozent. Der negative Einfluss von Nachahmer-Präparaten im dritten Quartal ließ weiter nach, während der Pharmakonzern zugleich von Produktivitätsverbesserungen profitierte. Dadurch verdiente er auf bereinigter Basis mehr als erwartet und wurde optimistischer, was die Gewinnentwicklung in diesem Jahr betrifft.
Unter den kleineren Werten in der Schweiz gewann die Aktie des Sensorenherstellers Inficon nach Zahlen zudem 4,0 Prozent. Der Halbleiter-Aufschwung stimmt das Unternehmen optimistisch für 2027. "Die Aufträge explodieren", sagte Vorstandschef Oliver Wyrsch.
Das Papier der SIG Group, Konkurrentin und Branchenkollegin von Krones, sprang sogar zeitweise zweistellig nach oben. Zuletzt legte es um 8,8 Prozent zu. Der Verpackungsspezialist übertraf mit seinen Quartalszahlen selbst die optimistischsten Erwartungen. Zudem hob er seine Jahres- und Mittelfristziele an.