Europas Börsen schließen tiefer - Euro-Stoxx-50 verliert 1 %

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Nach Kurseinbrüchen an der US-Technologiebörse am Vorabend
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Europas wichtigste Aktienbörsen sind am Freitag den tiefroten US-Vorabendvorgaben gefolgt und haben klar nachgegeben. Ein Erholungsansatz an der Wall Street vor dem Wochenende half in Europa den Aktienkursen nur wenig. Der Euro-Stoxx-50 schloss mit einem Abschlag von 0,98 Prozent bei 6.170,40 Punkten. Auf Wochensicht behauptete der Eurozonen-Leitindex aber ein Plus von 0,6 Prozent.

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Der DAX verlor in Frankfurt 1,92 Prozent auf 25.820,36 Zähler. Der deutsche Leitindex büßte zum Wochenausklang ausgehend von seinem erst am Vortag mit 26.692 Einheiten erreichten Rekord zeitweise über 1.000 Punkte ein. Der britische FTSE fiel um 1,01 Prozent auf 10.673,94 Punkte.

In New York hatte der Technologie-Auswahlindex Nasdaq-100 am Donnerstag den stärksten Tagesverlust seit dem Corona-Crash im März 2020 verzeichnet und sackte um 6,4 Prozent ab. An Asiens Börsen setzte sich der Ausverkauf der KI-Werte dann in der Früh fort. Der japanische Nikkei-Index und der südkoreanische Kopsi verloren jeweils rund 6 Prozent.

"Zwei Tage nach dem Wahlerfolg der Demokraten hat es die Tech-Aktien an der Wall Street voll erwischt", merkte Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets an. "Die Anleger fürchten, dass strengere Auflagen den Bau neuer Rechenzentren bremsen."

"Die Angst vor einem KI-Ausbaustopp durch die Demokraten trübt die Stimmung", meinte auch Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. "An der Wall Street ist genau das eingetreten, was Anleger seit Monaten befürchten: dass sich das Klumpenrisiko aus wenigen Tech-Schwergewichten rächt und die großen Indizes mit in die Tiefe reißt, wenn sie einmal stärker fallen sollten", so Stanzl weiter.

Aktien mit KI-Fantasie konnten in Europa am Freitag aber trotz der tiefroten US-Branchenvorgaben teilweise etwas zulegen und sich von ihren jüngsten Korrekturen erholen. Die Titel der Halbleiterwerte ASML und ASM International legten 2,7 bzw. 2,4 Prozent zu. Aktien des auf Rechenzentren spezialisierten Stromanbieters Siemens Energy stiegen um 3,7 Prozent.

Reisewerte profitierten von den zuletzt deutlich gesunkenen Ölpreisen. Die Papiere der AUA-Mutter Lufthansa gewannen 3,1 Prozent an Höhe. Ryanair legten 2,8 Prozent zu.

Die deutlichsten Abschläge gab es in einer europäischen Branchenbetrachtung für den Versicherungssektor zu sehen. Die Aktionäre der Münchener Rückversicherung und Hannover Rück mussten jeweils Abschläge von mehr als vier Prozent hinnehmen.

Für Impulse bei einzelnen Aktien sorgte auch weiter die Ergebnisberichtssaison. Quartalszahlen gab es vor dem Wochenende von Daimler Truck. Die am Vortag starken Aktien des Lastwagenherstellers fielen um 3,4 Prozent. Der Auftragseingang im dritten Quartal sei wie erwartet schwach gewesen, hieß es von der Investmentbank Oddo BHF. Insgesamt sei das Quartal allerdings solide gelaufen. Die Analysten von JPMorgan lobten die Entwicklung in Nordamerika.

Rüstungswerte standen am Freitag weiter unter Druck. Für die Papiere von Rheinmetall hagelte es Kurszielsenkungen nach der jüngsten Gewinnwarnung. Der Kurs näherte sich der 800-Euro-Marke und verlor 3,4 Prozent. Vor 13 Monaten hatten Rheinmetall-Aktien noch mehr als 2.000 Euro gekostet.

Der mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarkt hat im Oktober mit einem kräftigen Jobaufbau überrascht, konnte damit die Stimmung der Investoren international aber nicht aufhellen. Unter dem Strich entstanden 165.000 Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Job-Bericht der Regierung hervorgeht. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten nur einen Zuwachs von 65.000 Stellen auf dem Radar.

"Somit stehen die Daten einer Zinserhöhung im Dezember nicht entgegen. Die Zinserwartungen sind wegen der aufkommenden Verunsicherung vor allem bei Tech-Aktien zuletzt deutlich gedämpft worden. Dies könnte sich nun wieder umkehren," schrieb der Helaba-Experte Ralf Umflauf in einer ersten Einschätzung der Daten.

LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON

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