Europas Börsen bauen Verluste zu Mittag aus

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
4 min
Märkte folgen tiefroten US-Börsenvorgaben
 © AFP, XAVIER GALIANA, APA
©AFP, XAVIER GALIANA, APA
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Europas wichtigste Aktienbörsen sind am Freitag den tiefroten US-Vorgaben gefolgt und haben stark nachgegeben. Nach einem kurzen Stabilisierungsversuch ging es für meisten Indizes noch weiter nach unten. Der Euro-Stoxx-50 hielt zu Mittag mit einem Minus von 1,48 Prozent bei 6.139,25 Punkten. Der deutsche DAX verlor 2,29 Prozent auf 25.723,46 Zähler, nachdem er am Vortag noch zeitweise ein Rekordhoch erreicht hatte. Der britische FTSE fiel um 2,20 Prozent auf 10:545,20 Punkte.

von

In New York hatte der Technologie-Auswahlindex Nasdaq-100 am Donnerstag den stärksten Tagesverlust seit dem Corona-Crash im März 2020 verzeichnet. Letztlich verlor er 6,4 Prozent. Auch für den marktbreiten S&P-500 und den US-Leitindex Dow Jones war es ein schwacher Tag. An Asiens Börsen setzte sich der Ausverkauf der KI-Werte dann fort. Der japanische Nikkei-Index und der südkoreanische Kopsi verloren jeweils rund 6 Prozent.

"Zwei Tage nach dem Wahlerfolg der Demokraten hat es die Tech-Aktien an der Wall Street voll erwischt", merkte Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets an. "Die Anleger fürchten, dass strengere Auflagen den Bau neuer Rechenzentren bremsen."

"Die Angst vor einem KI-Ausbaustopp durch die Demokraten trübt die Stimmung", meinte auch Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. "An der Wall Street ist genau das eingetreten, was Anleger seit Monaten befürchten: dass sich das Klumpenrisiko aus wenigen Tech-Schwergewichten rächt und die großen Indizes mit in die Tiefe reißt, wenn sie einmal stärker fallen sollten", so Stanzl weiter.

Aktien mit KI-Fantasie konnten in Europa am Freitag aber trotz der tiefroten US-Branchenvorgaben teilweise etwas zulegen und sich von ihren Korrekturen erholen. Die Titel der Halbleiterwerte ASML und Infineon legten 3,5 bzw. 2,1 Prozent zu. Aktien des auf Rechenzentren spezialisierten Stromanbieters Siemens Energy stiegen um 1,1 Prozent.

Für Impulse bei einzelnen Aktien sorgte auch weiter die Ergebnisberichtssaison. Quartalszahlen gab es vor dem Wochenende von Daimler Truck. Die am Vortag starken Aktien des Lastwagenherstellers fielen um 3,7 Prozent. Der Auftragseingang im dritten Quartal sei wie erwartet schwach gewesen, hieß es von der Investmentbank Oddo BHF. Insgesamt sei das Quartal allerdings solide gelaufen. Die Analysten von JPMorgan lobten die Entwicklung in Nordamerika.

Rüstungswerte standen am Freitag weiter unter Druck. Für die Papiere von Rheinmetall hagelte es Kurszielsenkungen nach der jüngsten Gewinnwarnung. Der Kurs näherte sich der 800-Euro-Marke und verlor zuletzt 3,9 Prozent. Vor 13 Monaten hatten Rheinmetall-Aktien noch mehr als 2.000 Euro gekostet.

Wichtige Impulse für die Märkte könnte am Nachmittag die Veröffentlichung des monatlichen US-Arbeitsmarktberichts bringen. "Die Vorgaben dafür sind freundlich, wenn auch nicht überbordend gut", schreiben die Analysten der Helaba in ihrem Tagesausblick. Von dem Bericht erhoffen Börsianer auch Hinweise auf den künftigen Zinskurs der US-Notenbank Fed.

"Nach unserer Prognose wird die US-Wirtschaft im abgelaufenen Monat 50.000 neue Stellen geschaffen haben", hieß es von der Landesbank Baden-Württemberg. "Dieser moderate Stellenzuwachs dürfte jedoch angesichts des geringen Wachstums der Erwerbspersonen ausreichen, um die Arbeitslosenquote bei niedrigen 4,2 Prozent zu halten." Daher dürfte einer Leitzinserhöhung im Dezember nichts im Wege stehen.

LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/XAVIER GALIANA

Über die Autoren

Logo
trend. Newsletter

Die wichtigsten Wirtschaftsthemen des Tages