Europas Börsen starten nach tiefroten US-Vorgaben schwach

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
Halbleiterwerte fest, Rüstungsaktien unter Druck
 © AFP, THOMAS SAMSON, APA
©AFP, THOMAS SAMSON, APA
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Europas wichtigste Aktienbörsen sind am Freitag nach tiefroten US-Börsenvorgaben mit deutlichen Verlusten in den Handel gestartet. Der Euro-Stoxx-50 hielt gegen 11 Uhr mit einem Minus von 0,75 Prozent bei 6.184,77 Punkten. Der deutsche DAX verlor 1,32 Prozent auf 25.977,75 Zähler. Der britische FTSE gab um 1,36 Prozent auf 10.635,58 Punkte nach.

von

In New York hatte der Technologie-Auswahlindex Nasdaq-100 am Donnerstag den stärksten Tagesverlust seit dem Corona-Crash im März 2020 verzeichnet. Letztlich verlor er 6,4 Prozent. Auch für den marktbreiten S&P-500 und den US-Leitindex Dow Jones war es ein schwacher Tag. An Asiens Börsen setzte sich der Ausverkauf der KI-Werte dann fort. Der japanische Nikkei-Index und der südkoreanische Kopsi verloren jeweils rund 6 Prozent.

"An der Wall Street ist genau das eingetreten, was Anleger seit Monaten befürchten: dass sich das Klumpenrisiko aus wenigen Tech-Schwergewichten rächt und die großen Indizes mit in die Tiefe reißt, wenn sie einmal stärker fallen sollten", kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. "Die Angst vor einem KI-Ausbaustopp durch die Demokraten trübt die Stimmung."

Aktien mit KI-Fantasie konnten in Europa zum Wochenschluss trotz der schlechten US-Branchenvorgaben etwas zulegen. Die Titel der Halbleiterwerte ASML und Infineon legten jeweils gut 3 Prozent zu. Aktien des auf Rechenzentren spezialisierten Stromanbieters Siemens Energy stiegen um 2,3 Prozent.

Für Impulse bei einzelnen Aktien sorgte auch weiter die Ergebnisberichtssaison. Quartalszahlen gab es vor dem Wochenende von Daimler Truck. Die am Vortag starken Aktien des Lastwagenherstellers fielen um fast 4 Prozent. Der Auftragseingang im dritten Quartal sei wie erwartet schwach gewesen, hieß es von der Investmentbank Oddo BHF. Insgesamt sei das Quartal allerdings solide gelaufen. Die Analysten von JPMorgan lobten die Entwicklung in Nordamerika.

Rüstungswerte standen am Freitag weiter unter Druck. Für die Papiere von Rheinmetall hagelte es Kurszielsenkungen nach der jüngsten Gewinnwarnung. Der Kurs näherte sich der 800-Euro-Marke und verlor zuletzt 3,1 Prozent. Vor 13 Monaten hatten Rheinmetall-Aktien noch mehr als 2.000 Euro gekostet.

Wichtige Impulse könnte am Nachmittag die Veröffentlichung des monatlichen US-Arbeitsmarktberichts bringen. "Die Vorgaben dafür sind freundlich, wenn auch nicht überbordend gut", schreiben die Analysten der Helaba in ihrem Tagesausblick. Von dem Bericht werden auch Hinweise auf den künftigen Zinskurs der US-Notenbank Fed erhofft.

LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON

Über die Autoren

Logo
trend. Newsletter

Die wichtigsten Wirtschaftsthemen des Tages