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Bereits am Vormittag wirkte sich ein deutlicher Rückgang der Rohölpreise positiv an den Börsen aus. Die Ölpreise litten unter Medienberichten, denen zufolge die G7-Staaten angesichts der steigenden Kraftstoffpreise eine Nutzung von Ölnotreserven beschlossen haben. Ab sofort und über vier Monate sollten 100 Millionen Barrel Rohöl der im März beschlossenen Freigabe tatsächlich freigegeben werden, hieß es in einem gemeinsamen Schreiben der Gruppe demokratischer Industrienationen.
Am Nachmittag wurde die gute Börsenstimmung vom veröffentlichten US-Arbeitsmarktbericht für September zusätzlich untermauert. Die gemeldeten Arbeitsmarktdaten waren schwächer als erwartet ausgefallen, linderten damit aber die Ängste vor Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed.
Die Fed muss bei ihren Entscheidungen auch die Lage am Arbeitsmarkt beachten. Angesichts hoher Energiepreise dürfte die Fed die Zinsen zwar weiter erhöhen, aber mit Rücksicht auf den Arbeitsmarkt nur mit moderatem Tempo, erwarten Analysten. "Wir gehen zwar davon aus, dass die US-Notenbank im laufenden Jahr noch einmal an der Zinsschraube drehen wird, Markterwartungen von drei bis vier Leitzinserhöhungen bis zum Sommer des kommenden Jahres erachten wir indes als übertrieben", schrieb etwa Dirk Clench von der deutschen Landesbank LBBW in Reaktion auf die Arbeitsmarktdaten.
Technologiewerte knüpften an die Stärke vom Vortag an und lagen an der Spitze der Einzelsektoren. Der Subindex setzte damit seinen Mitte September begonnenen kurzfristigen Aufwärtstrend fort und notierte zuletzt in Schlagweite der Jahreshochs aus dem Juni. Taktgeber waren dabei die Halbleiteraktien, allen voran das Schwergewicht ASML mit einem Aufschlag von 3,5 Prozent.
Zu Infineon, die mit 8,8 Prozent Aufschlag auffallend stark waren, hatte sich ein Experte des Investmenthauses Jefferies zuversichtlich geäußert. Das Unternehmen dürfte danach im kommenden Jahr von steigenden Preisen profitieren. Stark gesucht waren auch Siemens Energy und profitierten mit einem Plus von 2,0 Prozent ebenfalls von der guten Stimmung für KI-Aktien. Der Energiekonzern zählt Rechenzentren zu seinen wichtigsten Kunden.