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Am Donnerstag hatten die Aktienkurse deutlich verloren, nachdem der Ölpreis von einer weiteren Eskalation in Nahost bis auf über 119 Dollar angetrieben worden war und für zusätzliche Konjunktur- und Inflationssorgen gesorgt hatte. Inzwischen hat sich die Lage am Öl- und Gasmarkt aber wieder entspannt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet aktuell mit 109 Dollar wieder deutlich weniger.
Zur Entspannung trugen Aussagen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu bei, die Hoffnung auf ein nun doch rascheres Kriegsende als befürchtet machen. Netanyahu hatte laut "Times of Israel" gesagt: "Der Iran ist schwächer denn je." Das Land könne kein Uran mehr anreichern und auch keine ballistischen Raketen mehr herstellen. Die Angriffe auf die Islamische Republik würden dennoch weitergehen, "so lange dies notwendig ist".
Allerdings könnte es - je nach Nachrichtenlage in Nahost - im weiteren Tagesverlauf erneut zu größeren Kursschwankungen kommen. Dazu beitragen könnte auch der sogenannte große Verfalltag. An diesem Freitag laufen an den Termin- und Derivatebörsen Futures und Optionen auf Aktienindizes aus.
Mit Blick auf das Branchentableau spiegelte die Reihung der einzelnen Sektoren praktisch die Entwicklung des Vortages. Die größten Gewinne gab es bei Bank-, Reise- und Bauwerten, die am Donnerstag noch deutlich verloren hatten. Ölaktien kamen hingegen nach den jüngsten Zuwächsen wieder etwas zurück.
Unternehmensseitig blieb die Nachrichtenlage überschaubar. Infineon führte mit plus 5,5 Prozent die Gewinnerliste im Euro-Stoxx an. Hier stützte, dass die US-Bank JPMorgan die Aktien von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel von 40 auf 48 Euro angehoben hatte. Der Halbleiterkonzern sei einer der größten Profiteure des immensen Energiebedarfs beim KI-Einsatz, schrieb Analyst Sandeep Deshpande. Zudem geht er davon aus, dass der Tiefpunkt im Geschäft mit der Autobranche erreicht ist und nun eine Stabilisierung folgen kann.