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In der ersten Handelsstunde stieg der österreichische Leitindex um 0,52 Prozent auf 6.713,01 Punkte. Für den ATX Prime ging es um 0,47 Prozent auf 3.294,53 Zähler hinauf. Auch das europäische Umfeld zeigte sich stabilisiert.
Auf Wochensicht steuert der ATX einen deutlichen Verlust von 3,3 Prozent an. Am Vortag hatte der Mix aus steigenden Ölpreisen und robusten US-Konjunkturdaten die Inflations- und Zinssorgen weiter angefacht und dadurch die Anleiherenditen weltweit in die Höhe getrieben. Mit fortschreitender Sitzung habe sich die Lage in eine klassische Risk-Off-Bewegung gewandelt, schreiben die Marktstrategen der Deutschen Bank. Nun beruhigte sich die Lage am Anleihemarkt wieder etwas, während die Marktakteure auf Inflationsdaten aus der Eurozone sowie den US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag warten.
Insbesondere die für den heimischen Markt wichtigen Bankaktien waren am Vortag europaweit unter Druck gekommen. Am Freitag war mit Abgaben von bis zu 0,9 Prozent bei BAWAG, Erste Group und RBI noch keine Besserung in Sicht. Profitieren konnte der Leitindex zum Wochenausklang vor allem von der Kurserholung der Industriewerte und der Versicherer.
Inzwischen befinden sich die Aktien der Lenzing weiter im freien Fall. Der Aktienkurs brach um 30 Prozent ein und lag mit zuletzt 13,70 Euro auf dem tiefsten Stand seit 2003. Am Vortag hatte der Faserhersteller eine Kapitalerhöhung mit deutlichen Abschlägen beim Bezugspreis angekündigt. Zum Wochenausklang nahm nun Berenberg ihre erst vor wenigen Monaten ausgesprochene Kaufempfehlung zurück. Das neue Anlagevotum lautet nun "Hold" mit einem deutlich niedrigerem Kursziel von 17 Euro. Die Bank war bis zuletzt das einzige Institut mit einer positiven Einschätzung zu der Aktie.
"Die bevorstehende Kapitalerhöhung in Höhe von 300 Mio. Euro lässt uns vermuten, dass der Hauptaktionär Suzano hinsichtlich seiner Beteiligung an Lenzing eher eine abwartende Haltung einnimmt, anstatt weiter auf diese zu setzen", schrieb Berenberg-Analyst Sebastian Bray. Auch hätten sich die gestiegenen Rohstoffpreise für Baumwolle und Viskose nicht im erwarteten Umfang in den Ergebnissen des Faserherstellers widergespiegelt, bemängelte Bray zudem. Im aktuellen Umfeld steigender Zinsen sei er nicht bereit, eine Kaufempfehlung beizubehalten.
Palfinger notierten mit minus 0,9 Prozent auf 26,30 Euro. Die Deutsche Bank hatte ihr Kursziel für die Aktie von 47,0 Euro auf 41,0 Euro gesenkt. Die Kaufempfehlung "Buy" wurde nach der Ankündigung einer Wertberichtigung des Russland-Geschäfts von Analyst Lars Vom-Cleff aber beibehalten.