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Der Londoner FTSE-100 stieg um 0,57 Prozent auf 10.213 Punkte. Die US-Notenbanksitzung vom Vorabend lieferte keine Handelsimpulse, da die Fed den Leitzins erwartungsgemäß unverändert ließ. Im Blick steht hier weiterhin die Unabhängigkeit der Fed, die sich der Angriffe von US-Präsident Donald Trump erwehren muss. Trump fordert vehement weitere Zinssenkungen.
Europas größter Softwarehersteller SAP kann seine Anleger mit einer angepeilten Beschleunigung des Umsatzwachstums nicht über die Enttäuschung um die aktuelle Lage hinwegtrösten. Ende 2025 konnten die Walldorfer nicht so viele Verträge im Wachstumsfeld mit Cloudsoftware abschließen wie erhofft. 2026 dürfte das Wachstum des Vertragsbestands auf Sicht der kommenden zwölf Monate im Vergleich mit dem Vorjahr zurückgehen. Um die Investoren bei Laune zu halten, steckt das Unternehmen die kommenden zwei Jahre bis zu 10 Milliarden Euro in Aktienrückkäufe.
In der laufenden Berichtssaison rückten auch andere Großkonzerne mit Ergebnispräsentationen in den Fokus. Die Deutsche Bank verzeichnete 2025 ein Vorsteuerergebnis von 9,7 Milliarden Euro auf Rekordniveau. Damit erreichte das Geldhaus nicht nur sein Renditeziel, sondern übertraf auch die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Die Anteilseigner können sich nun auf eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie freuen, rund anderthalbmal so viel wie im Vorjahr. Zudem stellte das Institut weitere Aktienrückkäufe in Aussicht. Die Aktien der Bank reagierten dennoch mit einem Abschlag von 2,6 Prozent.
Die niederländische Großbank ING hat zum Jahresende 2025 dank starker Zins- und Provisionserträge mehr verdient als erwartet. Im vierten Quartal kletterte der Gewinn um 22 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro. Von der Bank befragte Analysten hatten im Schnitt mit 1,34 Milliarden Euro gerechnet. Angesichts des Wachstums im Kreditgeschäft und bei den Gebühren hob ING die Prognose für die kommenden Jahre an. Die ING-Titel gaben 0,2 Prozent nach.
Der französische Pharmakonzern Sanofi blickt dank neuer Medikamente und seines Verkaufsschlagers Dupixent nach einem starken Schlussquartal 2025 optimistisch auf das laufende Jahr. Im vierten Quartal stieg der Umsatz währungsbereinigt um gut 13 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte um 26,7 Prozent auf 1,53 Euro zu. Die Sanofi-Papiere gaben 0,3 Prozent nach.
Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat im Geschäftsjahr 2025 dank eines starken Medikamentengeschäfts zugelegt. Der Umsatz stieg um zwei Prozent auf 61,5 Milliarden Franken (66,94 Mrd. Euro). Gegenwind kam erneut vom starken Schweizer Franken: Währungsbereinigt hätte das Plus sieben Prozent betragen. Der operative Kerngewinn kletterte um fünf Prozent auf 21,8 Mrd. Franken. Die Roche-Titel traten mit minus 0,03 Prozent auf der Stelle.
Die Aktien von Givaudan sanken nach der Veröffentlichung der Jahresergebnisse um fünf Prozent. Der Aromen- und Duftstoffhersteller hatte beim organischen Wachstum im vierten Quartal und bei der operativen Marge die Erwartungen von Analysten verfehlt.
Die Anteilsscheine von Nokia sackten um mehr als sechs Prozent ab. Analysten begründeten die Verluste mit dem enttäuschenden Ausblick für die Netzwerkinfrastruktur. Die Quartalszahlen der Finnen seien dagegen gut gewesen.
Der Billigflieger Easyjet hat zum Start ins Geschäftsjahr 2025/26 mehr Passagiere befördert. Die Zahl der Flugreisenden stieg im ersten Quartal (per Ende Dezember) im Jahresvergleich um sieben Prozent. Vor Steuern weitete Easyjet den Verlust wegen deutlich höherer Kosten jedoch aus - er stieg um gut die Hälfte auf 93 Millionen Pfund und fiel damit höher aus, als von Analysten erwartet. Die zuletzt unter Druck stehende Aktie legte dennoch 1,7 Prozent zu.
Getrieben von einem florierenden Elektrifizierungsgeschäft hat ABB im vergangenen Jahr Rekorde bei Umsatz und Ergebnis eingefahren. Dank einer guten Nachfrage nach Ausrüstung für Rechenzentren und Versorger zog der bereinigte Umsatz um sieben Prozent auf 33,2 Milliarden Dollar (27,73 Mrd. Euro) an, wie der Schweizer Elektrotechnikkonzern mitteilte. Der Nettogewinn kletterte um ein Fünftel auf 4,7 Mrd. Dollar. Auch beim Auftragseingang gab es einen neuen Rekord. Die ABB-Aktie zogen neun Prozent hoch.
H&M verbilligten sich um 2,5 Prozent. Der schwedische Modekonzern hat im Vorjahr dank Sparmaßnahmen und eines besseren Warenangebots mehr verdient. Das operative Ergebnis kletterte um rund sechs Prozent auf 18,4 Milliarden schwedische Kronen (rund 1,62 Milliarden Euro), wie der Zara-Rivale mitteilte.
LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON