Europas Börsen klar im Minus, Euro-Stoxx-50 verliert 0,9%

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Höhere Ölpreise und hohe Anleiherenditen belasten
 © AFP, THOMAS SAMSON, Apa
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Die wichtigsten europäischen Börsen haben am Donnerstagvormittag klar im Minus tendiert. Hohe Anleiherenditen und hohe Ölpreise zählen weiter zu den größten Belastungsfaktoren am Aktienmarkt.

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Der Euro-Stoxx-50 fiel um 0,92 Prozent auf 6.123 Punkte. Der deutsche Leitindex DAX notierte 0,61 Prozent tiefer bei 24.952 Einheiten und rutschte damit unter die psychologisch wichtige Marke von 25.000-Punkten. Außerhalb der Eurozone ging es für den Londoner FTSE-100 um 0,42 Prozent abwärts auf 10.415 Einheiten.

"Solange weder bei den Energiepreisen noch bei den Anleiherenditen Entspannung eintritt, dürfte die Bereitschaft zu größeren Aktienkäufen begrenzt bleiben", schrieb Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. "Wenn selbst überzeugende Unternehmenszahlen nicht mehr für steigende Kurse sorgen, ist das ein Warnsignal für die gesamte Aktienrally", mahnte Lipkow mit Blick auf die Quartalszahlen des koreanischen Tech-Schwergewichts Samsung. Diese seien stark ausgefallen, hätten aber keine Anschlusskäufe bei Halbleiteraktien mehr ausgelöst.

Eine Branchenbetrachtung zeigte den Pharmasektor als schwächsten Bereich. Hier drückte vor allem der Kurseinbruch der argenx-Aktie in Höhe von fast 18 Prozent auf den Branchenindex. Das Biotechnologieunternehmen hat eine weit vorangeschrittene Phase-III-Studie mit dem Wirkstoff Efgartigimod Sc zur Behandlung des Sjögren-Syndroms gestoppt. Dabei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, zu deren Symptomen unter anderem starke Erschöpfung und extreme Trockenheit von Mund und Augen gehören.

Wie am Vortag stehen die Bankenwerte unter Verkaufsdruck. Hier bereitet die Verschuldung Frankreichs den Anlegern Kopfzerbrechen. Die Papiere der Bank Austria-Mutter, UniCredit, verbilligten sich um 2,6 Prozent. KBC schwächten sich ebenfalls um 2,6 Prozent ab. Banca Monte dei Paschi di Siena kamen um 2,2 Prozent zurück.

Tesco, der größte britische Lebensmitteleinzelhändler, hob sein Gewinnziel an. Für das Gesamtjahr 2026/2027 erwartet das Unternehmen ein operatives Ergebnis von umgerechnet 3,7 bis 3,9 Mrd. Euro, nachdem es in der ersten Hälfte 2,1 Mrd. Euro erwirtschaftet hatte. Tesco stockt zudem sein Aktienrückkaufprogramm um 236 Millionen auf 1,12 Mrd. Euro auf. Die Aktien der Supermarktkette stiegen daraufhin in London um bis zu 3,8 Prozent.

In der Gunst der Anleger standen zudem Medienwerte. Hier gewannen Wolters Kluwer fast vier Prozent auf 73,64 Euro. Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für die Aktie auf "Outperform" mit einem Kursziel von 100 Euro belassen. Analyst Christophe Cherblanc verwies in einer Studie zur europäischen Medienbranche darauf, dass Zahlungen aus dem Urheberrechtsvergleich mit dem KI-Konzern Anthropic kurz bevorstünden. Der Vergleich im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar, den Anthropic wegen der Nutzung bereits veröffentlichter Bücher für seine Large Language Models (LLMs) geschlossen habe, werde vielen Publikums- und Fachverlagen einen erheblichen einmaligen Geldzufluss bescheren.

LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON

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