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Im Gesamtjahr 2021 hatte es für China noch zum zweiten Platz hinter den USA gereicht. "Das ist ein klares Indiz dafür, dass sich das Reich der Mitte unabhängiger von westlicher Technologie macht und selbst technologisch aufholt", sagte Commerzbank-Ökonom Vincent Stamer.
Dafür legten in umgekehrter Richtung die deutschen Importe aus China um knapp neun Prozent auf fast 92 Mrd. Euro zu. Zusammen ergibt sich daraus ein Außenhandelsvolumen von rund 128 Milliarden Euro - gut drei Milliarden mehr als mit dem zweitgrößten deutschen Handelspartner USA. China hatte erst 2025 die Vereinigten Staaten als Handelspartner Nummer eins verdrängt.
"Ursachen für die rückläufigen Exporte nach China sind die schwache Binnenkonjunktur und ein zunehmender Fokus auf inländische Wertschöpfungsketten", sagte GTAI-Ostasien-Expertin Corinne Abele. Deutsche Unternehmen würden zudem mehr in der Volksrepublik produzieren, um den dortigen Markt zu bedienen. Lieferungen aus Deutschland seien daher weniger gefragt. Chinas Immobilienkrise sei nicht ausgestanden, die Unternehmen hielten sich angesichts bestehender Überkapazitäten und sinkender Preise in einigen Bereichen mit Investitionen zurück. "Auch die Kassen vieler Regionalregierungen sind leer", sagte Abele.
Gesunken sind im ersten Halbjahr auch die deutschen Exporte in die USA, wenn auch weniger stark. Sie gingen um rund sechs Prozent auf gut 74 Milliarden Euro zurück. "Trotz Trumpscher Zollpolitik bleiben die USA jedoch Deutschlands wichtigstes Abnehmerland", betonte GTAI-Expertin Abele. Auf den Plätze zwei und drei folgen Frankreich (61,9 Milliarden Euro) und die Niederlande (60,1 Milliarden Euro). US-Präsident Donald Trump hatte die Europäische Union überzogen, was auch deutsche Waren dort verteuert. Die deutschen US-Importe wuchsen in den ersten sechs Monaten um 7,1 Prozent auf fast 51 Milliarden Euro.
Insgesamt hat sich die deutsche Exportwirtschaft im ersten Halbjahr gut geschlagen: Die Ausfuhren wuchsen vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes zufolge um 3,7 Prozent auf fast 817 Milliarden Euro. "Die Marke 'Made in Germany' muss sich dennoch neu erfinden", sagte Commerzbank-Experte Stamer. Zwar profitiere Deutschland vom anhaltenden Wachstum der Weltwirtschaft, indem es Vorprodukte wie Spezialbauteile aus der Elektronik und Optik exportiere. Auffallend sei aber, dass der Export von fertigen Endprodukten zurückgehe. "Das gilt sowohl für vergangene Exportschlager wie Automobile als auch für Investitionsgüter wie Maschinen", betonte Stamer.