
von
Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent gerechnet, nachdem es im Juni revidierten Angaben zufolge eine Stagnation gegeben hatte (bisher: +0,2 Prozent). Die schwache Entwicklung geht maßgeblich auf die Automobilindustrie zurück: Hier brach die Produktion um 9,2 Prozent ein. "Ausschlaggebend dürfte unter anderem eine mehrwöchige Produktionspause sein", erklärten die Statistiker dazu.
In der Industrie insgesamt schrumpfte die Erzeugung um 2,2 Prozent. Die Bauproduktion wuchs dagegen um 0,9 Prozent. Die Energieerzeugung legte sogar um 4,7 Prozent zu. "Der Anstieg in diesem Bereich ist dabei insbesondere auf die Stromerzeugung aus Windkraft und Photovoltaik zurückzuführen", hieß es.
"Kurzfristig könnte die seit Mitte Juni eingeschränkte Rheinschifffahrt in den Sommermonaten die Produktion gedämpft haben", erklärte das Bundeswirtschaftsministerium. Das sehen auch Ökonomen so. "Bremseffekte dürften auch vom Niedrigwasser im Rhein ausgegangen sein", sagte der Chefvolkswirt der Bank Bethmann HAL, Alexander Krüger. "Manches Unternehmen hatte die Produktion deshalb gedrosselt."
Für die Industrie stehen die Chancen auf eine Belebung in den kommenden Monaten nicht schlecht: Die Auftragsbücher sind mittlerweile so gut gefüllt wie noch nie seit Beginn der Statistik 2015. Die deutsche Wirtschaft insgesamt ist im ersten Halbjahr trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg robuster gewachsen als erwartet. Wirtschaftsforschungsinstitute haben deshalb ihre Prognosen für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr angehoben - bis auf 1,4 Prozent.
DRESDEN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa-Zentralbild/Matthias Rietschel