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"In der Industrie hat die Erholung wieder an Schwung gewonnen, nachdem es im zweiten Quartal Anzeichen für eine Stagnation gegeben hatte", sagte Phil Smith, Ökonom bei S&P Global Market Intelligence. "Produktion, Auftragseingänge und Exporte sind allesamt so stark gestiegen wie seit Anfang 2022 nicht mehr." Das signalisiere "gewisse Aufholeffekte", nachdem es in den vergangenen Monaten Unsicherheit wegen des Ölpreisanstiegs im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten gegeben hatte. Steigende Verteidigungsausgaben machten sich nun bemerkbar. "Es bleibt zwar abzuwarten, ob dieses Wachstumstempo aufrechterhalten werden kann – nicht zuletzt angesichts der anhaltenden Versorgungsrisiken", sagte Smith. Die bemerkenswerte Aufhellung der Geschäftsaussichten unter den Herstellern deute aber darauf hin, "dass der Aufschwung auf soliden Beinen steht".
Weniger gut schlugen sich die Dienstleister: Deren Barometer fiel um 1,3 auf 48,5 Punkte. "Obwohl der Dienstleistungssektor das Wachstum weiter belastet hat, deuten der zweite leichte Auftragszuwachs in Folge und der neuerliche Stellenaufbau in diesem Sektor darauf hin, dass sich auch hier die Geschäftsaktivität bald verbessern könnte", sagte Smith.
Die deutsche Wirtschaft ist zuletzt drei Quartale in Folge gewachsen. Das Niedrigwasser dämpft der Bundesbank zufolge jedoch die Erholung. Nur noch begrenzt nutzbare Transportwege auf wichtigen Flüssen wie dem Rhein und kräftig steigende Transportkosten dürften Industrieproduktion und Exportwachstum deutlich beeinträchtigen. "Das Niedrigwasser belastet damit auch die gesamtwirtschaftliche Aktivität im dritten Quartal spürbar", schrieb die Bundesbank in ihrem Monatsbericht. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte "allenfalls noch leicht zulegen".
KÖLN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/Oliver Berg