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"Die deutsche Industrie kann auf den internationalen Märkten weiterhin keinen Boden gutmachen", sagte Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe. "Gerade außerhalb Europas bleibt der Wettbewerbsdruck hoch." Zum Vergleich: Eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit außerhalb Europas sehen nur 5,2 Prozent, in Bezug auf die Konkurrenz innerhalb Europas sind es 6,3 Prozent.
Besonders schwierig ist die Lage demnach in der Automobilindustrie. Dort berichten 43,0 Prozent der Unternehmen von einer schlechteren Wettbewerbsposition auf Märkten außerhalb der EU. In der Metallerzeugung und -bearbeitung sind es 29,1 Prozent, in der chemischen Industrie 26,0 Prozent und im Maschinenbau 25,5 Prozent. Auch bei den Herstellern von elektrischen Ausrüstungen (24,5 Prozent) sieht rund jedes vierte Unternehmen seine Wettbewerbsposition auf den internationalen Märkten geschwächt.
Viele Unternehmen sehen sich zudem auch innerhalb der EU unter Druck. Besonders häufig berichten die Automobilindustrie (24,8 Prozent) und die chemische Industrie (22,1 Prozent) von einer schlechteren Wettbewerbsposition. "Die Wettbewerbsprobleme der deutschen Industrie sind struktureller Natur", sagte Ifo-Experte Wohlrabe. "Kurzfristige konjunkturelle Verbesserungen allein werden daran wenig ändern." Eine positive Ausnahme ist die Getränkeindustrie: Sie ist die einzige Branche, die ihre Wettbewerbsposition sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU verbessert sieht.
Die Industrie hat im ersten Halbjahr erneut Stellen abgebaut. Im Verarbeitenden Gewerbe wurden Ende Juni noch 5,29 Millionen Beschäftigte gezählt und damit 144.100 oder 2,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. "Die Zahlen zeigen, mit welcher Wucht der China-Schock die deutsche Industrie trifft", sagte der Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, Cyrus de la Rubia. Der Wettbewerb mit chinesischen Anbietern auf dem dortigen Markt und auf Drittmärkten habe innerhalb kürzester Zeit massiv an Intensität gewonnen.
SINDELFINGEN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/Bernd Weißbrod