Deutsche Bank legte Rekordzahlen für 2025 vor

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Geldwäscheermittlungen trüben den Erfolg
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Die Deutsche Bank hat 2025 einen Gewinnsprung auf Rekordniveau geschafft. Mit gut 9,7 Milliarden Euro erzielte der Dax-Konzern das höchste Vorsteuerergebnis seiner Geschichte. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 6,1 Milliarden Euro, wie Deutschlands größte Geldhaus am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Damit erreichte die Deutsche Bank nicht nur ihr Renditeziel, sondern übertraf auch die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten.

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Konzernchef Christian Sewing sieht das Institut "auf dem Weg zu unserem langfristigen Ziel, der europäische Champion zu werden". Die Anteilseigner können sich nun auf eine Dividende von 1,00 Euro freuen, rund anderthalbmal so viel wie im Vorjahr. Zudem stellte das Institut weitere Aktienrückkäufe in Aussicht.

Getrübt wird der Geschäftserfolg durch die erneuten Ermittlungen gegen Verantwortliche und Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses wegen des Verdachts der Geldwäsche, die am Tag vor der Bilanzvorlage bekannt wurden: Ermittler durchsuchten auf der Suche nach Beweisen unter anderem die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt und Geschäftsräume in Berlin. Nach Angaben der federführenden Frankfurter Staatsanwaltschaft geht es um frühere Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften, die ihrerseits im Verdacht stehen, Geldwäsche betrieben zu haben.

"Nach den Informationen, die uns vorliegen, geht es um Transaktionen aus den Jahren 2013 bis 2018. Ausgangspunkt ist eine vorgeblich zu spät abgegebene Geldwäscheverdachtsanzeige", sagte Sewing. "Und auf dieser Basis prüft die Staatsanwaltschaft, ob es Anhaltspunkte für mögliche Geldwäsche gibt."

Sewing versicherte: "Selbstverständlich arbeiten wir vollumfänglich mit den Behörden zusammen." Eingehender wollte sich der Manager auch auf mehrfache Nachfrage nicht zu dem Thema äußern: "Die Untersuchungen laufen jetzt, damit setzen wir uns auseinander. Wir kooperieren, mehr gibt es nicht dazu zu sagen."

Wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr, geht es um Geschäfte im verschachtelten Firmenkonglomerat des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch. Dieser steht seit 2022 auf der Sanktionsliste der EU und ließ über einen Anwalt mitteilen, ihm seien keine Ermittlungen deutscher Behörden in dieser Angelegenheit bekannt.

Vorwürfe, beim Thema Geldwäsche nicht genau genug hinzuschauen und Verdachtsanzeigen zu spät abgegeben zu haben, haben der Deutschen Bank schon mehrfach Ärger mit Justiz und Aufsicht eingebrockt. Das Institut bekam Bußgelder aufgebrummt, die Finanzaufsicht Bafin ließ über Jahre bis Ende 2024 einen Sonderaufpasser überwachen, welche Fortschritte die Bank bei Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung macht. Sewing betonte, die Bank habe in den vergangenen zehn Jahren "enorm" in ihre Kontrollen investiert. Es gebe aber keine Garantie, dass nicht doch mal Fehler passierten.

Den Löwenanteil seines Gewinns verdankte das Geldhaus auch 2025 der hauseigenen Investmentbank: Diese steigerte ihr Vorsteuerergebnis um ein Fünftel auf gut vier Milliarden Euro. Aber auch die Unternehmensbank und die Privatkundenbank samt Postbank und Norisbank konnten ihr Ergebnis zum Vorjahr kräftig steigern. Ein Rekordergebnis lieferte die Fondstochter DWS ab.

Im Gesamtjahr 2024 hatte die Deutsche Bank vor Steuern knapp 5,3 Milliarden Euro verdient, der auf die Anteilseigner entfallende Überschuss lag bei rund 2,7 Milliarden Euro. Ursächlich für den damaligen Gewinnrückgang war vor allem die Entschädigung früherer Postbank-Aktionäre.

Für die nächsten Jahre hat der Vorstand die Ziele bereits nach oben gesetzt: Deutlich höhere Erträge und weitere Einsparungen sollen die Eigenkapitalrendite auf mehr als 13 Prozent hieven. Den für 2025 angepeilten Wert von über 10 Prozent hat die Bank mit 10,3 Prozent erreicht.

FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/KIRILL KUDRYAVTSEV

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