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Die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt war im zweiten Quartal so langsam gewachsen wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Dabei trübte eine schwache Binnennachfrage die starken Zahlen aus der Industrie und dem Exportgeschäft. Die chinesische Zentralbank (PBOC) hatte Anfang des Monats auf ein strukturelles Ungleichgewicht zwischen starkem Angebot und schwacher Nachfrage hingewiesen. Sie kündigte an, an einer angemessen lockeren Geldpolitik festzuhalten und die finanzielle Unterstützung zur Wiederbelebung des inländischen Konsums zu verstärken.
Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich nun auf die für Ende Juli geplante Sitzung des Politbüros der Kommunistischen Partei. Dort dürften die wirtschaftspolitischen Weichen für die zweite Jahreshälfte gestellt werden. Möglicherweise werde ein umfassenderer Plan zur Stabilisierung des Immobiliensektors vorbereitet, um den Teufelskreis aus fallenden Vermögenspreisen und sinkendem Verbrauchervertrauen zu durchbrechen, sagte Kelvin Lam, Ökonom bei Pantheon Macroeconomics.
Lynn Song, Chefökonom für Greater China bei der Bank ING, hält eine baldige Zinssenkung dennoch für möglich. Die niedrige Inflation stehe einer weiteren Lockerung durch die Zentralbank nicht im Weg, erklärte er. "Wir gehen davon aus, dass die Chancen für eine Zinssenkung noch in diesem Quartal gut stehen."
BEIJING - CHINA: FOTO: APA/APA/AFP/ADEK BERRY