Weniger Betriebsansiedlungen in Österreich

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Um die Industriequote zu steigern, braucht es mehr Ansiedlungen. Die Anzahl der Unternehmen, die nach Österreich gelotst werden konnten, ist jedoch in den letzten Jahren zurückgegangen.

Als Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer bei der Investorenkonferenz „Meet Austria“ am 11. Februar in Schloss Schönbrunn stolz verkündete, 2025 sei „fast eine Milliarde“ (es sind 900 Millionen Euro) von ausländischen Unternehmen in Österreich investiert worden, war ganz hinten im imperialen Raum ein Grummeln zu vernehmen. Dort standen die Vertreter von BMW Österreich. Der deutschen Autobauer allein hat nach eigenen Angaben im letzten Jahr eine halbe Milliarde am Standort Steyr investiert, zuletzt in die Produktion von E-Motoren. Mehr als die Hälfte der Erfolgsbilanz nur von einem einzigen Unternehmen?

Die Standortagentur Austrian Business Agency (ABA) will einzelne Investitionen nicht kommentieren. In der Regel, so heißt es, werden konkrete Projekte dann zur Gänze in die Bilanz genommen, sobald konkrete Umsetzungsschritte vorliegen. Da BMW schon bisher stets eine Investitionssumme von insgesamt einer Milliarde zwischen 2022 und 2030 genannt hat, sind diese Zahlen offenkundig schon in früheren ABA-Berichten verdaut worden – nichts oder wenig davon aber im Jahr 2025.

Betriebsansiedlungen in Österreich

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Betriebsansiedlungen in Österreich

In der Zeitreihe spiegeln die aktuellen Zahlen jedenfalls mehr die Krise als die Stärke des Standorts Österreich wider. Die Zahl der Ansiedlungsprojekte ist seit 2019 von 452 auf 283 zurückgegangen, mit 900 Millionen Euro Investitionen liegen frühere Spitzenwerte in weiter Ferne. Das Potenzial für 2026 wird mit 580 Millionen Euro beziffert. ABA-Chef René Tritscher verweist darauf, dass der Anteil an Start-ups und Forschungsprojekten erneut gestiegen ist. Erfreulich sei zudem, „dass durch Betriebsansiedlungen und -erweiterungen internationaler Unternehmen mehr Arbeitsplätze in Österreich entstehen werden als in den letzten beiden Jahren.“

Die Ankündigung des US-Riesen GE Healthcare in Schönbrunn, seine Medizingeräte-Fertigung in Oberösterreich auszuweiten, ist immerhin ein Lichtblick. Denn ohne die Investitionen der Giganten wird das politische Ziel, die Industriequote bis 2035 von 17 auf 20 Prozent zu erhöhen, nicht gelingen.

Der Artikel ist in der trend-Ausgabe vom 20. Februar 2026 erschienen.

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