
Zum Jahresbeginn nehmen sich viele Menschen vor, in ihre persönliche Entwicklung zu investieren – dazu zählt auch die Weiterbildung. Worauf es bei der Planung ankommt und welche Tipps helfen, Vorsätze nachhaltig umzusetzen, erzählen Malika Kurbanova und Alexander Damev von der WU Executive Academy im Interview.
Warum ist das neue Jahr ein besonders guter Zeitpunkt, um in Weiterbildung zu investieren?
Alexander Damev: Grundsätzlich gibt es dafür nie einen richtigen oder falschen Zeitpunkt. Die Zeit um den Jahreswechsel wird allerdings gerne genutzt, um zu reflektieren – und um neue Impulse zu setzen. Dazu kommt, dass es auch aus finanzieller Sicht sinnvoll ist, sich schon zu Jahresbeginn Gedanken darüber zu machen, in was man in naher Zukunft investieren möchte, und die Pläne mit Arbeitgebern abzuklären. Wenn man im Herbst entscheidet, ist es oft schon spät, weil vielleicht das Geld nicht mehr da ist. Bei sehr umfangreichen Ausbildungen wie einem Executive MBA wenden viele Menschen auch ein ganzes Jahr für die Planung auf und starten dann im März des darauffolgenden Jahres.
Am Jahresanfang steht oft eine Form von Selbstoptimierung im Fokus. Viele denken daran, mit dem Rauchen aufzuhören, mehr Sport zu treiben oder sich gesünder zu ernähren – Pläne bezüglich einer Weiterbildung hört man hingegen eigentlich eher selten. Warum eigentlich?
Damev: Das liegt vermutlich auch daran, dass es sich bei Weiterbildung eher um ein privateres Thema handelt. Es gibt weniger Potenzial für große Social-Media-Hypes als bei anderen Unterfangen. Dabei wäre es vielleicht an der Zeit, dass man mehr davon sieht – Leute, die im Hörsaal sitzen und sich denken: Ich habe einen neuen Schritt gewagt. Gerade in unsicheren Zeiten ist Ausbildung ein wertvolles Gut. Das ist ein wichtiges Thema für uns, weil es bei uns auch um lebenslanges Lernen geht.
Welche Termine sollte man beachten, wenn man sich für ein Programm an der WU Executive Academy interessiert?
Damev: Wir haben fixe Starttermine für die verschiedenen Programme. Die Range geht von zwei-Tages-Management-Trainings bis hin zu eineinhalbjährigen Master- oder MBA-Studien. Informieren kann man sich jederzeit, und theoretisch kann man sich auch immer bewerben. Bei umfangreicheren Programmen wie einem MBA gibt es einen bürokratischen Prozess: Man muss ein Interview haben und zugelassen werden. Wenn man sich eine Woche vor Programmstart bewirbt, kann es knapp werden. Grundsätzlich gibt es aber so etwas wie eine Rolling Admission: Wir kommunizieren Bewerbungsfristen, aber man kann sich oft auch danach noch bewerben. Dann sind wir im Kontakt und sprechen darüber, was sich wie ausgeht.
Welche konkreten Tipps können Sie Menschen mit auf den Weg geben, die heuer oder im kommenden Jahr in ihre Weiterbildung investieren möchten?
Malika Kurbanova: Das neue Jahr ist die richtige Zeit für neue Vorsätze und dafür, neue Gewohnheiten zu etablieren. Wenn die Überlegung da ist, ist es oft ratsam, das Momentum zu nutzen und dranzubleiben – denn wenn man es einmal verliert, kommt vielleicht etwas im Job oder im Privatleben dazwischen, und dann ist der Grip nicht mehr da. Wenn die Idee einmal präsent ist, sollte man sie weiter verfolgen. Das zahlt sich langfristig aus: Wir sehen über verschiedene Kohorten und Generationen hinweg, dass der Return on Investment oft schnell kommt – teilweise schon während eines Programms. Das ist insbesondere bei MBA-Programmen ein wichtiges Thema, weil diese relativ teuer sind.
Damev: Ich würde Menschen, die sich weiterbilden möchten, empfehlen, sich einige konkrete Fragen zu stellen: Wo stehe ich beruflich? Wo habe ich einen Gap oder eine Lücke, wo fehlt mir etwas? Das kann bei Hard Skills sein – mehr Data Knowledge, Finance Knowledge und so weiter. Es kann aber auch ein Meta-Thema sein, zum Beispiel wenn ich ein neues Team führen muss oder den Schritt vom Expert zum Decision Maker mache. Dann würde ich eine Recherche starten: schauen, welche Angebote es gibt und was passen könnte. Und dann relativ rasch Kontakt aufnehmen mit dem Anbieter und die Rahmenbedingungen klären.


Malika Kurbanova & Alexander Damev, Education Consulting & Recruitment WU Executive Academy.
© WU_ExecutiveAcademyBei Menschen, die bereits im Arbeitsleben stehen, müssen auch andere in die Planung mit einbezogen werden. Die zeitliche Komponente spielt dabei eine entscheidende Rolle. Wie kann das funktionieren?
Damev: Je umfangreicher die Ausbildung, desto mehr Stakeholder hat man. Wenn man ein Drei-Tages-Modul macht, nimmt man vielleicht zwei Tage Urlaub. Wenn man sich aber für einen MBA entscheidet, wo man reisen muss und jeden Monat fehlt, muss man im Vorfeld Gespräche führen. Ich frage auch oft: Wie nachhaltig ist das Projekt bei dir aufgesetzt? Sind alle Stakeholder on board? Oft ist die Logistik der schwierigste Teil, denn es geht darum, die nächsten eineinhalb Jahre zu planen. Da ist es wichtig, die Hausaufgaben gemacht zu haben – zeitlich und finanziell. Man soll sich den Schedule anschauen und die Daten blockieren.
Kurbanova: Die Entscheidung für eine Weiterbildung ist ein starkes Signal – nicht nur für einen selbst, sondern auch für das Umfeld. Ein Tipp: Wir organisieren jederzeit gerne ein Consultation Meeting, um zu sehen, wo die Person steht, was noch fehlt und welches Programm wir empfehlen können.
Wie konkret läuft eine solche Konsultation ab?
Kurbanova: Die Beratung ist live und online möglich – und auch schriftlich, wenn es anders nicht möglich ist. Manche Interessent:innen schicken einfach eine Bewerbung ab, weil sie recherchiert haben oder jemanden kennen, der ihnen ein bestimmtes Programm empfohlen hat. Andere suchen einen Sparringspartner, der wir gerne für sie sind. Oft machen wir eine Mischung aus Programm- und Karriereberatung, denn das geht oft Hand in Hand. Gerade ein MBA ist ein Tool für Karriereentwicklung. Viele wissen, sie brauchen Weiterbildung, möchten sich weiterbilden, aber wollen Guidance, wohin es gehen soll.
Wie kann es gelingen, bei dem großen Weiterbildungsangebot eine finale Entscheidung zu treffen, von der man wirklich überzeugt ist?
Damev: Unabhängig von allen Beratungsgesprächen und offiziellen Informationen: Wenn man sich für einen Anbieter entscheidet, sollte man mit Leuten sprechen, die das Studium schon gemacht haben. Ich sage Prospects immer: Vergleichen ist gut. Aber wenn eine Uni nicht anbietet, mit Alumni zu sprechen, wäre ich skeptisch. Das ist Vertrauensbildung und Transparenz. Man sollte Alumni fragen, was ihnen gefallen oder nicht gefallen hat, was Herausforderungen waren und wie sie es zeitlich geschafft haben. Wir connecten auch gern, wenn möglich, mit Leuten aus ähnlicher Industrie oder ähnlichem Land. Das ist wichtig, um nicht sprichwörtlich die Katze im Sack zu kaufen. Gerade beim MBA ist es eine große Entscheidung, ein großes Investment und viel Geld. Das soll passen. Die Leute wollen lernen, Spaß haben, Leute kennenlernen, über den Tellerrand schauen und aus ihrer Bubble rauskommen. Es soll befruchtend sein.


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