Vergleich Vorsorgekassen: Nur eine mit "Sehr gut" bewertet

Vergleich Vorsorgekassen: Nur eine mit "Sehr gut" bewertet

Die Konsumentschützer haben acht Vorsorgeklassen verglichen. Worauf der Vergleich basiert und was die Vorsorgekassen ihren Kunden vorenthalten. Die Zeitschrift "Konsument" hat für den Kassenvergleich nun eigenes Vergleichs-Tool entwickelt.

Wien. Acht betriebliche Vorsorgekassen buhlen in Österreich um Milliarden an Abfertigungsgeldern. Seit 2003 zahlen die Arbeitgeber für alle neuen Dienstverträge laufend 1,53 Prozent des Bruttoentgelts ein. Ein Vergleich der Vorsorgekassen lohnt sich, so die VKI-Zeitschrift "Konsument". Erscheine ein Wechsel sinnvoll, könne Druck auf den Arbeitgeber ausgeübt werden. Vermisst werden noch Performancedaten.

VBV erhält die meisten Punkte

Nach eigenen Kriterien hat der "Konsument" ein Ranking aufgestellt, bei dem die VBV Vorsorgekasse mit 82 von 100 möglichen Punkten den ersten Platz belegt. Die VBV ist mit im Vorjahr 2,7 Millionen Anwartschaftsberichtigten auch der Branchenführer, das Veranlagungsvolumen steigerte die Kasse 2015 von 2,4 auf 2,7 Mrd. Euro. Rang 2 und 3 belegen BUAK (76 Punkte) und fair-finance (72), vor Bonus und Valida (je 71), Allianz (68), APK (63) und Nö. Vorsorgekasse (63). Nur die VBV erhielt die Note "sehr gut", alle anderen "gut". Die von der Bonus übernommene Victoria Vorsorgekasse wurde bei dem Vergleich nicht mehr berücksichtigt.

Fokus: Kosten und Nachhaltigkeit

Wer die Bewertung aber lieber nach eigenem Bedarf vornimmt, für den hat die VKI-Zeitschrift ein eigenes Vergleichs-Tool entwickelt , wobei sich etwa Angebote nach Schwerpunkten wie "Kosten", "Nachhaltigkeit" usw. ausfindig machen lassen. Aus Sicht der Anspruchsberechtigten fehle jedoch noch die Performance als wichtige Information, wird kritisiert. Angaben dazu würden zwar nicht gesetzlich gefordert, die Berechtigten sollten aber erfahren, wie sie ertragsmäßig mit ihrer Vorsorgekasse dran sind, so der VKI. Erscheine nach einem Informieren und Vergleichen ein Wechsel der Vorsorgekasse sinnvoll, könnten Kollegen dahingehend gemeinsam Druck auf den Arbeitgeber oder Betriebsrat ausüben.


Tipp: => Vergleichstool für die Vorsorgekassen


Die Übertragung an eine andere Kasse sei einfach - eine bis zum 30. Juni des Jahres ausgesprochene Kündigung werde zum 1. Jänner des Folgejahres wirksam, heißt es in der neuen Ausgabe.

Die Vorsorgekassen für die "Abfertigung Neu" unterliegen sehr strengen gesetzlichen Vorschriften und agieren - anders als eine Bank bei einer konventionellen Geldanlage - als Treuhänder der Kundengelder. Auch bei den Anlagevorschriften gibt es strenge Auflagen, so der "Konsument": Die Gelder müssen sicher veranlagt werden; und damit die Kapitalgarantie hält - der Anleger also mindestens so viel heraus bekommt wie er eingezahlt hat -, müssen die Vorsorgekassen jährlich ihre Kapitalgarantierücklage aufstocken. Weiters sind sie in ein Anlegerentschädigungssystem eingebunden, das derzeit einen Schutz von Abfertigungsansprüchen bis zu 20.000 Euro vorsieht.

Anders als bei der "Abfertigung Alt", bei der ein Anspruch erst nach drei Jahren ununterbrochener Beschäftigung im gleichen Unternehmen entstanden ist, besteht bei der seit 2003 für neue Dienstverträge geltenden "Abfertigung Neu" ein Anspruch bereits ab dem zweiten Beschäftigungsmonat (bzw. ab dem zweiten Monat der Selbstständigkeit). 2008 wurde nämlich der Anspruch auf freie Dienstnehmer, Lehrlinge und selbstständig Erwerbstätige ausgeweitet. Nach dem alten System besteht ein Abfertigungsanspruch nur, wenn das Arbeitsverhältnis durch Arbeitgeberkündigung oder einvernehmliche Auflösung beendet wurde bzw. wird.

Im neuen System besteht auch bei Selbstkündigung ein Anspruch: Bei Dienstnehmerkündigung erfolgt zwar keine Auszahlung, die Beiträge verbleiben aber in der Vorsorgekasse, die Ansprüche können zum nächsten Dienstgeber mitgenommen werden. Zudem ist es nach drei Jahren möglich, sich bei Kündigung durch den Dienstgeber die Abfertigung auszahlen zu lassen; davon rät aber auch der "Konsument" ab: Besser sei, man lasse das Geld in der Kasse und nehme es bei einem späteren Jobeinstieg im Rucksacksystem mit.

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