Tipps für Selbstständige: So retten Sie Gewinne vor dem Fiskus

Tipps für Selbstständige: So retten Sie Gewinne vor dem Fiskus

Wie Einnahmen-Ausgaben-Rechner noch vor Jahresende ihre Gewinne glätten oder senken können und welche steuerlichen Änderungen es für Neue Selbstständige seit diesem Jahr gibt.

Viel Zeit bleibt bis Jahresende nicht mehr. Aber Selbstständige können trotzdem noch mit geschickten Schachzügen die Steuerlast drücken und damit unter Umständen viel Geld sparen. Die Steuerexperten von TPA geben Tipps, was Einnahmen- und Ausgaben-Rechner jetzt noch tun können.

Ausgaben noch vor Ende des Jahres zahlen

Einnahmen-Ausgaben-Rechner können ihr steuerpflichtiges Einkommen optimieren, indem sie Betriebsausgaben vor dem 31.12.2016 bezahlen, diverse Vorauszahlungen leisten – gewisse Einschränkungen sind zu beachten, bzw. Rechnungen an Ihre Kunden erst am 31.12.2016 legen. „Beachten Sie jedoch die 15-tägige Zurechnungsfrist für regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben“, erläutert Mag. Christian Oberkleiner, Steuerberater bei TPA. Das bedeutet: Rechnungen, die bis 15. Jänner 2017 bezahlt werden, werden steuerlich dem vorangegangen Jahr zugerechnet, sofern es sich um wiederkehrende Ausgaben oder Einnahmen handelt.

(Potentielle) Kleinunternehmer sollten auch die umsatzsteuerliche Kleinunternehmergrenze von jährlich 30.000 Euro (Netto-Grenze) im Auge behalten.

Mit Spenden Gewinn senken

Spenden aus dem Betriebsvermögen sind bis höchstens zehn Prozent des steuerlichen Gewinnes des laufenden Wirtschaftsjahres steuerlich als Betriebsausgaben absetzbar. Darüberhinausgehende Betriebsspenden und Privatspenden können als Sonderausgaben abgesetzt werden, soweit diese, gemeinsam mit den Betriebsspenden, zehn Prozent des Gesamtbetrages der Einkünfte nicht übersteigen. Die aktuellen Listen der begünstigten Spendenempfänger finden Sie auf der Homepage des BMF.

Geld- und Sachspenden in Katastrophenfällen können steuerlich ohne zehnprozentige Höchstbegrenzung als Betriebsausgaben abgesetzt werden, sofern diese mit einem Werbeeffekt verbunden sind. Berichte darüber in Zeitungen, Homepages oder Fotos sollte man daher entsprechend dokumentieren.

Neue Versicherungsgrenzen für Neue Selbstständige beachten

Seit 2016 sind die Versicherungsgrenzen für Neue Selbständige vereinheitlicht – unabhängig davon, ob weitere Beschäftigungen vorliegen. Die (zwölffache) Geringfügigkeitsgrenze wird im Jahr 2017 voraussichtlich 5.108,40 (2016: EUR 4.988,64 pro Jahr) Euro pro Jahr betragen.

Wer Versicherungsgrenze überschreitet, hat Meldepflicht gegenüber SVA

Neue Selbständige müssen, wenn sie die Versicherungsgrenzen überschreiten, das bei der Sozialversicherung (SVA) melden. Sonst wird ein Strafzuschlag von 9,3 Prozent der nachzuzahlenden Beiträge fällig. Seit 2016 müssen neue Selbständige innerhalb von acht Wochen nach Ausstellung des Einkommensteuerbescheides melden, dass diese Schwelle überschritten worden ist.

Was zu tun ist, wenn der Gewinn über der Geringfügigkeitsgrenze liegt

Einnahmen-Ausgaben-Rechner, die heuer mehr als 4.988,64 Euro Gewinn machen, müssen das selbstständig bei der Sozialversicherung melden. 2017 beträgt die Geringfügigkeitsgrenze voraussichtlich 5.108,40 Euro pro Jahr. Wer etwa als Angestellter zusätzlich mehr als aktuell knapp 5.000 Euro Gewinn erzielt, muss das von sich aus bei der SVA melden.

Gewinn durch freiwillige Vorauszahlung der GSVG-Beiträge reduzieren

Die Finanz anerkennt bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern eine Vorauszahlung von Beiträgen zur Gewerblichen Sozialversicherung (GSVG), wenn diese in ihrer Höhe der voraussichtlichen Nachzahlung für das betreffende Jahr entsprechen. Seit 2016 besteht auch die Möglichkeit, die vorläufige Beitragsgrundlage teilweise oder gänzlich bis zur Höchstbeitragsgrundlage zu erhöhen. „Rechnen Sie bei der SVA für 2016 mit einer Nachzahlung, können Sie durch Leistung einer freiwilligen Vorauszahlung für dieses Jahr den Gewinn reduzieren bzw. glätten“, erläutert Mag. Christian Oberkleiner, Steuerexperte bei TPA. Damit lassen sich teure Progressionssprünge vermeiden.

Durch Gründung einer Unternehmensgruppe können Gewinne mit Verlusten gegengerechnet werden

Die Gruppenbesteuerung macht es möglich, dass Unternehmen steuerlich rückwirkend unter bestimmten Voraussetzungen für das gesamte Jahr Gewinne einer Gesellschaft mit Verlusten einer anderen Gesellschaft verrechnen. Eine dafür nötige Unternehmensgruppe kann man unter bestimmten Umständen auch rückwirkend für das gesamte Jahr gründen.

Christian Oberkleiner: „Wurden Unternehmensakquisitionen, also Beteiligungsanschaffungen von außerhalb fremdfinanziert, kann die Gruppenbesteuerung auch zur steuerlichen Verwertung der Finanzierungskosten sinnvoll sein.“

Seit 2016 gelten neue Progressionsstufen:

  • Unter 11.000 Euro: Es fällt keine Steuer an.
  • Bis 25.000 Euro Einkommen: 11,50 Prozentpunkte weniger Steuern für die Einkommensteile ab 11.000 Euro Einkommen bis 25.000 Euro werden bei der Besteuerung spürbar entlastet. Sie zahlen statt bisher 36,50 Prozent Steuern auf Ihre Einkommensteile über 11.000 Euro ab dem neuen Jahr für diese Einkommensteile 25 Prozent (bis 18.000 Euro; 35 Prozent zwischen 18.001 Euro und 31.000 Euro)
  • Bis 60.000 Euro Einkommen: Auch jene, die bis zu 31.000 Euro pro Jahr verdienen, haben einen erheblichen Steuervorteil: Statt der bisherigen 43,21 Prozent Steuern für Einkommensteile über 25.000 Euro, zahlen Sie nun 35 Prozent (bis 31.000 Euro; 42 Prozent zwischen 31.001 Euro und 60.000 Euro).
  • Bis 90.000 Euro Einkommen: Bisher zahlten all jene, die mehr als 60.000 Euro verdienen, für diese Einkommensteile 50 Prozent Steuern. Ab 2016 wurde zwischen 60.000 Euro und 90.000 Euro eine weitere Steuerstaffelung mit einem Grenzsteuersatz von 48 Prozent eingezogen. Wer bis zu 90.000 Euro verdient, zahlt damit signifikant weniger Steuern.
  • Über 90.000 Euro: Für Einkommensteile über 90.000 Euro gilt der Grenzsteuersatz von 50 Prozent.
  • Über eine Million Euro: Für diese Einkommensteile fällt ein Einkommensteuersatz von 55 Prozent an (befristet bis 2020).

Weitere Steuertipps zum Jahreswechsel finden Sie auf der Website der TPA Group

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