Erbrecht: Diese Änderungen sind 2017 in Kraft getreten

Mit Jahresbeginn 2017 ist die große Erbrechtsreform in Kraft getreten. Betroffen sind Lebensgefährten, eingetragene Partner, geschiedene Partner, Pflichtteilsberechtigte und die Bereiche Testament, unentgeltliche Pflege und Gründe für Enterbung.

Thema: Steuertipps
Der Notar kann in Erbrechtsfragen ebenso nützliche Tipps für das Testament geben als auch der Steuerberater.

Sowohl ein Notar als auch ein Steuerberater können in Erbrechtsfragen nützliche Tipps für das Testament geben.

Erben zählt zu den wichtigsten Quellen, um an Vermögen zu gelangen. Noch nie wurde so viel an die nächste Generation vererbt wie heute. Laut Daten der Bank Austria werden in Österreich jährlich im Schnitt zehn Milliarden Euro alleine an Immobilienvermögen weitervererbt. Beim Vererben von Geldvermögen sind es ebenfalls Summen in zweistelliger Millionenhöhe.

Um das Erben so gerecht wie möglich zu machen, hat der Gesetzgeber das Erbrecht reformiert. Diese sind im Erbrechtsänderungsgesetz enthalten, das überwiegend mit Beginn des Jahres 2017 in Kraft getreten ist.

Die wesentlichen Änderungen:

Ein Testament, das am Computer verfasst wird, wird ab 2017 erstmals als letztwillige Verfügung akzeptiert - vorausgesetzt drei gleichzeitig anwesende Zeugen unterschreiben und bekräftigen, dass es sich bei der Erklärung um den letzten Willen handelt.

Der Widerruf eines Testaments im Falle einer Scheidung wird künftig nicht mehr nötig sein, das Testament gilt automatisch als aufgehoben.

Lebensgefährten erhalten ein außerordentliches Erbrecht, sofern es keine gesetzlichen Erben gibt. Ihnen steht für ein Jahr die gemeinsame Wohnung und der Hausrat zu.

Eingetragene Partnerschaften sind Ehegatten künftig gleichgestellt.

Wer in den letzten drei Jahren (und davon mindestens 6 Monate) vor dem Tod des Erblassers diesen unentgeltlich gepflegt hat, wird im Erbrecht gesondert berücksichtigt. Voraussetzung: Es muss in einem mehr als geringfügigen Ausmaß geschehen Das bedeutet: Man muss den Verstorbenen vor seinem Tod mindestens sechs Monate durchschnittlich mehr als 20 Stunden pro Monat gepflegt haben, ohne dafür ein angemessenes Entgelt bekommen zu haben.

Auch der Pflichtanteil wird reformiert: Die Pflichtteilsberechtigung der Vorfahren (Eltern) wird aufgehoben. Das bedeutet: Insbesondere der Pflichtteil für Eltern wird abgeschafft.

Erleichterungen gibt es auch für Familienmitglieder, die einen Betrieb erben. So kann der Pflichtteil bis zu zehn Jahre gestundet werden. Damit sollen Betriebsübergaben bei Familienunternehmen erleichtert werden. Allerdings beträgt die jährliche Verzinsung dafür vier Prozent.

Sämtliche Zuwendungen unter Pflichtteilsberechtigten zu Lebenzeiten des Vererbenden werden künftig berücksichtigt. Wenn etwa eines von zwei Geschwistern bereits eine Wohnung bekommen hat, dann wird das beim Pflichtteil entsprechend angerechnet.

Ab 2017 hat man auch mehr Möglichkeiten jemanden zu enterben. Gründe dafür werden künftig auch die grobe Verletzung von Pflichten, die aus dem Eltern-Kind-Verhältnis resultieren gezählt, ebenso Straftaten gegen nahe Angehörige, wenn diese zu einer mehr als einjährigen Freiheitsstrafe führen.

Wer bereits ein Testament oder eine Stiftungserklärung aufgesetzt hat oder gedenkt das zu tun, ist gut beraten, sowohl einen Notar oder Rechtsanwalt beizuziehen als auch einen Steuerberater. Dieser kann die steuerlichen Konsequenzen der Erbschaftsüberlegungen optimieren.

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