Sturz im Ski-Funpark – wann der Betreiber bei Verletzungen haftet

Sturz im Ski-Funpark – wann der Betreiber bei Verletzungen haftet

Im dritten Teil der Serie über OGH-Urteile zum Thema Wintersport klärt die D.A.S. Rechtsschutz AG auf, wann Betreiber von Ski-Funparks haften. Ein Jugendlicher wagt einen riskanten Sprung in einem Ski-Funpark und verletzt sich schwer. Warum er trotzdem nicht für die Folgen haftet.

Der 16-jährige M. besucht einen Ski-Funpark und probiert eine Schanze aus. Für den Sprung ist eine bestimmte Startposition vorgesehen. Um mögliche Verletzungen bei der Landung abzufedern, dient ein Aufprallkissen, ein sogenannter „Big Airbag“. M. möchte eine höhere Geschwindigkeit erreichen und startet von einer höher gelegenen Stelle der Schanze aus, fliegt deshalb jedoch über den Aufprallschutz hinaus. Der Jugendliche stürzt dabei so unglücklich, dass er eine Querschnittlähmung davonträgt.

M. fordert vom Betreiber Schadenersatz, doch das Erstgericht lehnt das ab. Das Berufungsgericht hebt das Urteil auf und verweist zurück an das Bezirksgericht, da der Sachverhalt nicht ausreichend geklärt wurde. Der Kläger bringt Rekurs gegen den Beschluss des Berufungsgerichts beim OGH ein. Nach Ansicht des Klägers hätte das Berufungsgericht selbst die offenen Fragen abklären müssen.

Gefährliche Sprünge hätten vom Betreiber verhindert werden müssen

Der OGH hat sich hier neben der Formalfrage ganz allgemein mit der Haftung eines Betreibers einer Sprunganlage beschäftigt: Dieser hafte nämlich dann für die Folgen eines Sturzes, wenn er Verstöße gegen die vorgegebene Startposition beobachtet, trotzdem aber keine Vorkehrungen trifft, um die Sportler an solchen gefährlichen Sprüngen zu hindern.

Genau das könnte der Betreiber hier verabsäumt haben: Ein Starten aus einer anderen Position als der Startposition, etwa durch eine Absperrung, hätte den gefährlichen Sprung faktisch unmöglich gemacht. Die endgültigen Feststellungen dazu muss das Erstgericht in diesem Fall noch treffen.

Andere aktuelle Informationen rund um Ihr Recht finden Sie auf der Homepage der D.A.S. Rechtsschutz AG

Über die D.A.S. Rechtsschutz AG:

Seit 1956 ist die D.A.S. Rechtsschutz AG mit Spezialisierung auf Rechtsschutzlösungen für Privatpersonen und Unternehmen in Österreich tätig. Als unabhängiger Rechtsdienstleister bietet sie umfassenden Versicherungsschutz, fachliche Betreuung durch hochqualifizierte juristische Mitarbeiter und ein breites Dienstleistungsangebot inklusive 24h-Notruf-Hotline an. Der Firmensitz des Unternehmens befindet sich in Wien. Die rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen Kunden in regionalen D.A.S. Niederlassungen verteilt in ganz Österreich mit juristischer Kompetenz zur Verfügung. In den vergangenen Jahren hat die D.A.S. Österreich ihre solide Marktposition gefestigt. 2014 erwirtschaftete sie im inländischen Direktgeschäft ein Prämienbestandsvolumen in der Höhe von 65,4 Mio. Euro.

Die D.A.S. Österreich gehört zur D.A.S., Europas Nr. 1 im Rechtsschutz. Gegründet 1928, agiert die D.A.S. heute in 16 europäischen Ländern sowie in Südkorea und Kanada. Die Marke D.A.S. steht für die erfolgreiche Einführung der Rechtsschutzversicherung in verschiedenen Märkten. Die D.A.S. ist der Spezialist für Rechtsschutz der ERGO Versicherungsgruppe.

Haftungsauschluss:

Die Antworten auf die Fragen haben lediglich Informationscharakter. Sie wurden von den Rechtsexperten der D.A.S. gründlich recherchiert. Trotzdem übernehmen Format/trend online und die D.A.S. Rechtsschutz AG keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen.
Haftungsansprüche, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen.
Die Zustellbedingungen von Paketzulieferern unterscheiden sich oft deutlich. Worauf man bei den Allgemeinen Geschäftsbedingungen achten sollte. Wer haftet, wenn das Paket beschädigt ist, wann die Post oder gar der Nachbar haftet
 

Rechtstipps

Wer haftet, wenn Pakete beschädigt oder gestohlen werden

Recht

Arbeiter und Angestellte: 10 Fragen und Antworten zur Gleichstellung

Recht

Grasser-Prozess: "Kein Job, kein Haus, kein Auto"