Sportrechte: Der Kampf um nationale Heiligtümer

Der ORF verhandelt bereits mit dem Bezahlsender Sky über die Free-TV-Rechte an der Österreichischen Bundesliga und plädiert für eine Ausweitung der gesetzlich festgelegten Liste von Großereignissen, die im frei empfangbaren Fernsehen erhalten bleiben müssen.

Sportrechte: Der Kampf um nationale Heiligtümer

Einem ersten Treffen zwischen Sky- und ORF-Managern am 15. November soll ein zweites schon in wenigen Tagen folgen. Es geht um die Rechte an vier Livespielen pro Saison und Highlightsendungen. „Im schlimmsten aller Fälle haben wir eben nur die nachrichtliche Kurz-Berichterstattung im Ausmaß von höchstens 90 Sekunden pro Spiel, die uns gesetzlich zusteht“, sagt ORF-Sportchef Hans Peter Trost dem „trend“.

Als weitere Interessenten an den Rechten gelten die Privatsender Puls 4 und Servus TV sowie A1 Telekom Austria. „A1 sieht sich laufend nach interessanten Contentrechten um“, kommentiert eine A1-Sprecherin eine entsprechende Anfrage.

Sky hat sich Ende Oktober die Exklusivrechte der Bundesliga gesichert, der Deal wird von der Bundeswettbehörde (BWB) geprüft. Mit Tennis und Champions League sind zuletzt weitere Spitzensport-Rechte ins Pay-TV abgewandert.

ORF-Manager Trost lässt nun mit dem Vorschlag aufhorchen, die so genannte „Großereignisliste“ zu adaptieren: Quasi zu den nationalen TV-Heiligtümern, die von Gesetzes wegen im frei zugänglichen Fernsehen übertragen werden müssen, gehören laut Regierungsverordnung aus dem Jahr 2001 in Österreich neben dem Opernball und dem Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker auch eine Reihe von Sportereignissen:

  • Olympische Sommer- oder Winterspiele
  • Spiele der Herren-Nationalmannschaft bei WM’s und EM’s, falls das österreichische Team teilnimmt, sowie das Eröffnungsspiel, das Halbfinale und das Finale
  • ÖFB-Cupfinale
  • Alpine und Nordische Ski-WM’s

Die öffentlich-rechtlichen Sender lobbyieren europaweit für eine Aktualisierung bzw. Ausweitung solcher fürs Pay-TV unantastbaren Events. Nach dem Erfolg der österreichischen Damenfußballerinnen bei der EM 2017 läge etwa auch eine Aufnahme des Frauenfußballs nahe.

„Die Liste gehört in jedem Fall nachgeschärft“, sagt Trost, ohne konkrete Forderungen zu deponieren. Für Sky-Österreich-Chefin Christine Scheil ist dagegen eine Erweiterung „nicht wünschenswert“. Sie befürchtet „negative Auswirkungen auf die zu erzielenden Einnahmen und damit auf die Qualität und Wettbewerbsfähigkeit der jeweiligen Sportarten“.

Puls-4-Sportrechtemanager Mario Lenz steht einer Überarbeitung der Liste dann positiv gegenüber, wenn das „eine faktische Gleichberechtigung zwischen den privaten und den öffentlich-rechtlichen Sendern bedeutet.“


Die komplette Geschichte lesen Sie im aktuellen trend 45/2017 vom 17. November 2017:
Sport im TV-Abseits

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