IBAN falsch ausgefüllt - Was Sie tun können

IBAN falsch ausgefüllt - Was Sie tun können

Was passiert, wenn ein falscher IBAN eingegeben wurde, was Sie sofort tun sollten, wenn Sie Geld an einen falschen IBAN-Empfänger verschickt haben, wann man auf Rückforderungen besser gleich verzichtet und wann nur noch eine Klage was bringt.

Vielen bereitete schon bisher das Ausfüllen von Überweisungen oder Lastschriften Unbehagen, wenn sie den IBAN eingetragen haben. Denn angesichts des monströsen Zifferngebildes steigt die Angst vor Fehlern. Schließlich besteht der IBAN, die Abkürzung steht für International Bank Account Number, aus 20 Ziffern und zwei Buchstaben.

Seit 1. Februar gilt für den bargeldlosen Zahlungsverkehr sogar ausschließlich der 20-stellige IBAN. Auch bei Auslandszahlungen ist die internationalen Bankleitzahl (BIC) nicht mehr nötig. Doch mit nur einer komplizierten Kennziffer, die für Überweisungen nötig ist, steigt das Risiko für Tippfehler. Auch vor falschen Daten etwa, generiert durch einen sogenannten IBAN-Rechnerist man nicht gefeit.

IBAN-Rechner nicht 100 Prozent zuverlässig

Wer etwa von einem Absender nur die alte Bankleitzahl und die Kontonummer hat, kann mit solchen Online-Tools einen IBAN berechnen lassen. „In 98 Prozent der Fälle stimmt dieser zwar auch, aber sie sind nicht fehlerfrei“, erläutert Bernd Lausecker, Finanzexperte beim Verein für Konsumenteninformation (VKI). Sein Tipp: „Lassen Sie sich den IBAN wenn möglich vom Empfänger geben.“

Was aber wenn doch ein Zahlendreher passiert? Welche Möglichkeiten bestehen, um den Fehler zu beheben und welche rechtlichen Schritte können notwendig werden?

Zahlendreher: Welchen Schutzmechanismus es gibt

VKI-Finanzexperte Lausecker beruhigt zunächst: „So einfach sind Fehlüberweisungen nicht möglich. Bei Online-Überweisungen mit fehlerhaften Ziffern wird im Normalfall der Auftrag abgelehnt und somit nicht durchgeführt.“ Es erfolgt zudem auch ein Hinweis, dass der Auftrag nicht ausgeführt wird. So erkennen technische Systeme, durch die zweistellige Prüfnummer am Anfang des Zahlenungetüms, ob die eingegebene IBAN stimmen kann und die Zahl vielleicht gar nicht existiert.

Sofort mit der Bank Verbindung aufnehmen

Komplizierter kann es jedoch werden, wenn eine falsche IBAN eingegeben wird und die Zahl zufällig doch existiert. „Ich rate in diesem Fall sofort mit der Bank Verbindung aufzunehmen“, so Lausecker. Doch dazu muss man ziemlich schnell sein. Solange das Geld beim Empfänger noch nicht gutgeschrieben ist, kann die Fehlüberweisung einfach wieder auf das eigene Konto überwiesen werden. Im Schnitt wird das Geld jedoch bereits über Nacht an den Empfänger übermittelt. War einer der Ziele der Neuregelung des pan-europäischen Zahlungsverkehrs doch die Überweisungsgeschwindigkeit zu erhöhen.

Extra-Gebühren bei Falschüberweisung

Wenn das Geld schon einmal beim falschen Empfänger gelandet ist, kann es jedoch mühselig werden, es wieder zurückzubekommen. Zunächst ist die Bank verpflichtet die Rückforderung beim betreffenden Bankinstitut und Empfänger zu verlangen. In der Praxis ist das aber laut Erfahrung von Lausecker nicht immer ganz so selbstverständlich. „Da muss man beharrlich bleiben“, rät Lausecker. Gelingt die erfolgreiche Rücküberweisung hat die Sache dennoch einen Hacken: Die Bank verlangt meist eine Gebühr für die Rücküberweisungen. Fünf bis zehn Euro können da rasch weg sein. „Wenn die Überweisung nur einen kleinen Betrag ausgemacht hat, verzichtet man wahrscheinlich besser auf die Rückholung“, so Bankprofi Lausecker.

Rückzahlung selbst einklagen

Wenn es jedoch besonders dumm gelaufen ist und die falsche IBAN-Zahl tatsächlich existiert und dann auch noch der falsche IBAN-Adressat das Geld nicht mehr herausrücken will, hilft nur noch eine privatrechtliche Klage. Dafür muss die Bank den Adressaten bekanntgeben. „Sonst hat man rechtlich keine Handhabe“, sagt Lausecker. Weiters kann die Bank Unterstützung liefern, um etwa nachzuweisen, dass es tatsächlich ein falscher Empfänger war. Die Bank selbst kann für falsche Überweisungen nicht haftbar gemacht werden.

Geld nicht zurückgeben, bringt nichts

Für jene, auf deren Konto irrtümlich Geld überwiesen wurde und die beschließen dieses zu behalten, wird wohl nur ein kurzes Glück gegönnt sein. Lausecker: „Wer nicht nachweisen kann, dass er ein Recht auf dieses Geld hat, hat keine Chance dieses zu behalten.“

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