Compliance für KMUs: Sicherer Hafen statt sicher im Häfen

Compliance für KMUs: Sicherer Hafen statt sicher im Häfen

Wie sich Klein- und Mittelbetriebe davor schützen können unwissentlich gegen Compliance-Regeln zu verstoßen, welche Vorgehensweise nicht als Kavaliersdelikte gelten und warum die Implementierung neuer Gesetzesvorschriften in diesem Bereich teuer werden kann.

Der Elektronikkonzern Samsung musste vor wenigen Wochen wegen illegaler Preisabsprachen in Österreich eine Kartellstrafe von 1,1 Million Euro zahlen. Weltweit beschäftigen sich zahlreiche Gerichte mit den Abgasmanipulationen des VW-Konzerns. Dies sind nur zwei von vielen Beispielen, bei denen Rechtsbrüche dem Unternehmen einen hohen finanziellen Schaden und Imageverlust gebracht haben. „Auch wenn Medien zumeist nur von größeren Verfehlungen berichten, sind auch Klein- und Mittelbetriebe vor Schäden nicht gefeit. Es gibt zudem laufend Änderungen bei Gesetzen. Oft ist die Umsetzung von Neuregelungen mit hohen Investitionen für den Betrieb verbunden, wie etwa in Folge der Registrierkassenverordnung oder die Barrierefreiheit.

Wenn Mitarbeiter Unternehmen Vorteile verschaffen wollen

„Rechtlich korrekt zu handeln ist nicht nur Sache des Unternehmers. Oft werden Gesetzesverstöße auch von Mitarbeitern begangen, die denken, dem Unternehmen dadurch Vorteile zu verschaffen. So gilt es mancherorts als Kavaliersdelikt, wenn dem Kunden etwas mehr verrechnet wird als in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen vorgesehen ist. Allerdings wird mit solchen Maßnahmen immer das Gegenteil erreicht“, betonte Christopher Schrank, Partner der Rechtsanwaltskanzlei Brandl & Talos. Neben verärgerten Kunden ist in solchen Fällen mit entsprechenden Strafen zu rechnen.

Wann ein Unternehmen compliance-konform handelt

Doch wie können Unternehmern feststellen, ob sie compliancekonform handeln? Anwalt Schrank rät dazu sich folgende Frage zu stellen: "´Handle ich innerhalb des rechtlichen Rahmens?´. Schon wissen Sie, was Compliance bedeutet." Unter diesen Begriff fallen alle Regeln, die man als Unternehmer vielleicht gar nicht kennen, aber einhalten muss. Er rät Unternehmen ein Compliance Management System (CMS) einzuführen. "Rechtskonformes Handeln wird so als eigener Wert gelebt und die Mitarbeiter dies auch verstehen“, erzählt Schrank.

Compliance: Basis für den guten Ruf

Vor allem im Bankensektor hat Compliance enorme Bedeutung gewonnen. So arbeitet die BKS Bank seit Jahren an einem umfassenden Compliance Management System. Sie schult ihre Mitarbeiter mittels Präsenzschulungen und E-Learnings. Auch personell wurden die mit Compliance-Themen befassten Abteilungen, wie in sämtlichen anderen Banken, in den vergangenen Jahren maßgeblich verstärkt. „Eine hochentwickelte Compliance-Kultur und – Organisation ist ein Schutzschirm für das Image eines Unternehmens. Sie wird vom Kunden oft als hohe Business-Ethik wahrgenommen. Und der gute Ruf einer Bank ist natürlich wettbewerbsentscheidend“, sagt BKS Bank-Vorstandsmitglied Dieter Kraßnitzer.

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