Einnahmen-Ausgaben-Rechner: So senken Sie 2017 noch die Steuer

Einnahmen-Ausgaben-Rechner: So senken Sie 2017 noch die Steuer

Kurz vor Jahresende gibt es für Kleinunternehmen und neue Selbstständige noch einige Möglichkeiten, Steuern zu sparen. Die wichtigsten Tipps.

1. Betriebsausgaben und Vorauszahlungen noch heuer tätigen
Einnahmen-Ausgaben-Rechner können ihr steuerpflichtiges Einkommen optimieren, indem sie Betriebsausgaben vor dem 31. Dezember zahlen, Vorauszahlungen für das Folgejahr leisten und Rechnungen soweit zulässig erst am 31. Dezember legen. „Dies ist vor allem im Hinblick auf die auf die umsatzsteuerliche Kleinunternehmergrenze von jährlich netto 30.000 Euro wichtig“, rät TPA-Steuerberater Christian Oberkleiner.

2. Letzten Honorarnoten/Rechnungen des Jahres richtig timen
„Beachten Sie, wenn Sie heuer noch Rechnungen stellen, die 15-tägige Zurechnungsfrist für regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben“, so TPA-Steuerexperte Oberkleiner. Das bedeutet, sollte man innerhalb der ersten 15 Tage des neuen Jahres etwa eine Zahlung für eine Leistung erhält, die wirtschaftlich das vergangene Jahr betrifft, so rechnet die Finanz diese Einnahmen dem alten Jahr, also in diesem Fall 2017, zu Ausnahme: die Fälligkeit für diese Zahlung liegt im Jahr 2018, dann ist auch die Zahlung dem Jahr 2018 zuzurechnen.

3. Gewinn-Schwelle: SVA-Meldepflicht beachten
Neue Selbständige müssen, wenn ihr Gewinn in diesem Jahr (2017) 5.108,40 Euro überschreitet, das bei der Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft melden. Sonst kassiert die SVA 9,3 Prozent der Beiträge als „Bußgeld“. Die Frist beginnt zu laufen, sobald der Einkommensteuerbescheid erlassen wird. Ab dann muss das Überschreiten der SVA-Grenze innerhalb von acht Wochen gemeldet werden.

4. Freiwillige Vorauszahlung an SVA
Die Finanz anerkennt bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern eine ‚Vorauszahlung‘ von SV-Beiträgen, wenn diese der voraussichtlichen Nachzahlung entsprechen. „Rechnen Sie bei der SVA mit einer Nachzahlung, können Sie durch Leistung einer freiwilligen Vorauszahlung den Gewinn reduzieren und glätten und damit möglicherweise teure Progressionssprünge vermeiden“, so TPA-Steuerprofi Oberkleiner.
Es besteht auch die Möglichkeit, die vorläufige Beitragsgrundlage teilweise oder gänzlich bis zur Höchstbeitragsgrundlage zu erhöhen.

5. Spenden als Betriebsausgabe absetzbar
Wer heuer noch spendet, kann den Gewinn zusätzlich senken. Denn Spenden aus dem Betriebsvermögen sind bis zu zehn Prozent des steuerlichen Gewinnes des laufenden Wirtschaftsjahres als Betriebsausgaben absetzbar. Betriebs- und Privatspenden, die darüber hinausgehen, können als Sonderausgaben abgesetzt werden, soweit sie – gemeinsam mit den Betriebsspenden – zehn Prozent des Gesamtbetrages der Einkünfte nicht übersteigen. Die aktuellen Listen der begünstigten Spendenempfänger finden Sie auf der Homepage des Finanzministeriums unter www.bmf.gv.at. Für Stiftungen gibt es Sonderregelungen.
Geld- und Sachspenden in Katastrophenfällen können steuerlich ohne 10-prozentige Höchstbegrenzung als Betriebsausgaben abgesetzt werden, „wenn diese mit einem Werbeeffekt verbunden sind und dieser etwa durch Berichte in Zeitungen, Homepages oder Fotos dokumentiert sind“, schränkt Oberkleiner ein.

"Vermietet zum Beispiel ein selbständig tätiger Arzt eine Eigentumswohnung, so ist zu prüfen, ob er mit der Vermietung ab 1. Jänner 2017 in die Kleinunternehmerregelung wechseln kann. Dies kann eine erhebliche Steuerersparnis mit sich bringen"

6. Gewinnfreibetrag ausnutzen
Übersteigt der Gewinn 30.000 Euro, müssen im Jahr 2017 Investitionen in begünstige Wirtschaftsgüter oder Wertpapiere getätigt werden, um vom investitionsbedingten Gewinnfreibetrag zu profitieren. Siehe auch Artikel “Gewinnfreibetrag: So sparen Sie bis zu 22.680 Euro Steuern“
„Gewinnfreibetrag: Mit diesen Fonds senken Sie Ihre Steuer“. Bis zu einem Gewinn bis zu 30.000 Euro sind automatisch und ohne jede weitere Voraussetzung 13 Prozent des Gewinnes steuerfrei.

7. Steuerfreie Umsätze senken die Berechnungsbasis für den Umsatzgrenze Bis Ende 2016 mussten Kleinunternehmer sämtliche Umsätze, also sowohl steuerpflichtige als auch steuerfreie Umsätze, für die Berechnung der steuerlichen Umsatzgrenze von 30.000 Euro berücksichtigen. Das ist seit diesem Jahr anders. Erstmals sind zur Berechnung der Umsatzgrenze einige steuerfreie Umsätze davon ausgenommen.
Folgende Umsätze sind für die Umsatzgrenze beispielsweise nicht mehr zu berücksichtigen:
- Umsätze von Privatlehrern an öffentlichen Schulen
- Sonstige Leistungen, die Zahntechniker im Rahmen ihrer Berufsausübung erbringen
- Umsätze aus Heilbehandlungen der Humanmedizin, die im Rahmen der Tätigkeit als Arzt, Zahnarzt, Dentist, Psychotherapeut oder Hebamme im Zuge der Berufsausübung erbracht werden.

Oberkleiner: "Vermietet zum Beispiel ein selbständig tätiger Arzt eine Eigentumswohnung, so ist zu prüfen, ob er mit der Vermietung ab 01. Jänner 2017 in die Kleinunternehmerregelung wechseln kann. Dies kann eine erhebliche Steuerersparnis mit sich bringen."

Kommentar
Georg Eisenberger - Professor für Öffentliches Recht und Politikwissenschaft an der Uni Graz

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