13 Coaching-Mythen: #7 "aber" statt "und"

Wer die Worte "aber" und "Probleme" aus seinem Wortschatz streicht, soll bereits gewonnen haben. Oder gaukelt sich vielleicht nur selbst etwas vor?

Thema: Coaching-Mythen
13 Coaching-Mythen: #7 "aber" statt "und"

MYTHOS Streichen Sie das Wort "aber" aus ihrem Wortschatz, ersetzen Sie es durch "und". Der Tipp ist bei Trainern, Vortragenden, NLP-Coaches und anderen Lebenshelfern seit Jahren beliebt bis zum Abgelutschtsein. Andere Variante, gleicher Grundgedanke: Ersetzen Sie "Probleme" durch "Herausforderungen". Also, sprachlich natürlich. Und das findet Resonanz - bezeichnenderweise in der Berater-und Weiterbildungsszene selbst mehr als im Business.

FAKTEN Schön sprechen, dann wird die Realität auch gleich viel schöner. Tja, schön wär's. Funktioniert aber nicht wirklich ganz toll. Oder nur mit enormen Verrenkungen. Der Tipp ist nämlich eine Überreaktion auf lästige "Ja, aber"-Sager. Doch dort, wo "aber" einen Gegensatz, Einwand oder Widerspruch einleitet, führt ein "und" zu Missverständnissen. Oder dazu, dass ganz besonders argwöhnisch zugehört wird, um zu verstehen, was wirklich gemeint ist. "Herausforderung" hat im Business sogar schon eine fast zynische Bedeutung angenommen. Harvard-Professor Steven Pinker prägte dafür den Begriff "Euphemismus-Tretmühle": Die schönfärbende Bedeutung nutzt sich ab, der neue, ursprünglich positivere Begriff erhält so eine negative Konnotation.

FAZIT Natürlich sollten die Euphemismusfalle und die nervenaufreibende verbale Schönfärberei nicht zum Vorwand werden, ungehobelt und abwertend herumzupöbeln wie Donald Trump. Sprache ist ein mächtiges und effizientes Verständigungsmittel - je präziser sie ist, desto besser erfüllt sie diese Funktion. Und das ist wichtiger als aufgesetzte Korrektsprecherei.


Die Serie "13 Coaching Mythen" ist der trend-Ausgabe 43/2017 vom 27.10.2017 entnommen.

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