
Wegen der hohen Silberpreise steigt der dänische Schmuckhersteller auf Platin um. Der Anteil von Silberschmuck soll von 60 auf 20 Prozent sinken.
von
Der dänische Schmuckhersteller Pandora reagiert auf die Preisschwankungen am Silbermarkt mit einer strategischen Neuausrichtung. Um die Abhängigkeit von dem Edelmetall zu verringern, führt der Konzern eine neue Produktlinie mit Platinbeschichtung ein. „Wir müssen die Leistung des Unternehmens und den Aktienwert vom Rohstoff abkoppeln“, sagte die neue Vorstandschefin Berta de Pablos-Barbier in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.
„Wir sind eine Schmuckmarke, wir sind kein Silberhändler“, sagte de Pablos-Barbier weiter. Langfristig plant der Weltmarktführer, sein Portfolio umzubauen. Der Anteil von Silberschmuck soll von derzeit fast 60 Prozent auf etwa 20 Prozent sinken. Bereits im Jahr 2027 will Pandora mindestens die Hälfte des relevanten Silbersortiments auf die platinbeschichtete Variante umstellen. Diese Produkte basieren auf einer speziellen Metalllegierung und sind in der Herstellung kostengünstiger, behalten für die Kunden aber den Reiz eines Edelmetalls. Platin selbst ist zwar teurer als Silber, wird hier aber nur als Beschichtung verwendet.
Geschäftlich steht Pandora vor Herausforderungen. Zwar legte der organische Umsatz im vierten Quartal um vier Prozent zu und traf damit die Erwartungen. Für das laufende Jahr warnte das Management jedoch, dass die Erlöse im besten Fall um zwei Prozent wachsen, im schlimmsten Fall aber um ein Prozent schrumpfen könnten. De Pablos-Barbier verwies auf eine anhaltende Kaufzurückhaltung im wichtigsten Markt USA. Weder die Kundenfrequenz in den Läden noch die Stimmung der Verbraucher hätten sich dort bisher gebessert.
Silberpreis-Achterbahnfahrt lässt Pandora-Aktie stark schwanken
Der Silberpreis hatte zuletzt eine historische Achterbahnfahrt erlebt, was auch die Pandora-Aktie stark schwanken ließ. Spekulationen trieben den Preis für das Edelmetall in der vergangenen Woche auf ein Rekordhoch von gut 121 Dollar (101,52 Euro), bevor er nur einen Tag später um mehr als ein Viertel einbrach. Am Donnerstag notierte die Feinunze bei rund 75 Dollar. An der Börse kamen die Pläne für die neue Strategie gut an: Die Pandora-Aktie legte um fünf Prozent zu.