
Das Wiener Start-up Storebox gewinnt das trend-Ranking der besten 100 Start-ups. Welche Zukunftspläne Gründer Johannes Braith für die Mikrologistikfirma hat.
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Wenn Johannes Braith Anfang März in einer coolen Eventlocation im dritten Bezirk in Wien mit Mitarbeitenden, Investor:innen und Ehemaligen den zehnten Geburtstag von Storebox feiert, hat er allen Grund, die Sektkorken knallen zu lassen. Die von ihm mitgegründete Mikrologistikfirma gilt als so heraus-ragend, dass sie im Jubiläumsjahr zum Sieger des trend-Rankings der 100 besten Start-ups des Landes gekürt wurde.
„Es gibt wenig, was uns als Unternehmen oder mich als Gründer aus der Fassung bringt. Selbst in heiklen Situationen bewahre ich einen kühlen Kopf“, sagt Braith, der einst die Schule abgebrochen, aber später als CEO noch promoviert hat. Und der die Geschäftschance erkannte, als seine Nachbarin ihr unbenutztes Kellerabteil an einen Handwerker vermietete. Die Gründung von Store.me als „Airbnb für Lagerraum“ erfolgte am 15. Jänner 2016. Seitdem haben er und seine Co-Gründer Ferdinand Dietrich und Christoph Sandraschitz das Geschäftsmodell immer wieder angepasst. Bald machte er aus dem Onlinevermittler einen Anbieter von Lagerplätzen im innerstädtischen Bereich. Mittlerweile heißt die Firma Storebox und ist Marktführer in der urbanen Mikrologistik in Europa. In sechs Ländern werden 370 Standorte betrieben, im Schnitt 500 Quadratmeter groß und ausgestattet mit rund 50 Lagerabteilen. Das Self-Storage-Geschäft steuert rund 60 Prozent zum Umsatz bei, der im zweistelligen Millionenbereich liegt.
Deutlich stärker wächst aber das noch junge B2B-Geschäft, mit dem sich Storebox zum Lösungsanbieter für die erste und die letzte Meile wandelt: Ein großer Kunde ist Ikea, der die Storebox-Stand-orte als kostengünstige Zustelloption für den Onlineversand nutzt. Kleinere -E-Commerce-Händler können die Standorte seit Kurzem ansteuern, um ihre Bestellungen abzugeben, und Storebox organisiert den Versand. „Unser Geschäft ist sehr kapitalintensiv, deshalb ist es wichtig, dass wir sehr agil agieren und uns schnell anpassen“, sagt Braith. Rund 200 Standorte werden vom Scale-up selbst angemietet, der Rest im Franchise betrieben.
Nun zeichnet sich die nächste große Adaption ab. „Wir prüfen gerade die Möglichkeit, unser Standortnetzwerk über den Erwerb von Immobilien zu erweitern“, sagt der 36-Jährige. Was er derzeit hingegen nicht im Sinn hat, ist ein Exit, über den zuletzt spekuliert wurde: „Was ganz klar nicht der Plan ist, ist, die Company jetzt zu exiten“, sagt er. Dafür seien die Chancen, die er für Storebox sieht, einfach zu groß.
Das gesamte trend-Ranking der 100 besten Start-ups Österreich finden Sie im trend.PREMIUM vom 6. Februar 2026.
