Gezerre um den neuen OMV-Chef

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Bei der Suche nach einem Nachfolger von Alfred Stern liegt der Fokus derzeit auf internationalen Kandidaten.

Bei der Top-Personalie, die hierzulande 2026 zur Entscheidung ansteht, hakt es weiter gewaltig. Obwohl CEO Alfred Stern die OMV Ende August verlässt, ist immer noch nicht entschieden, wer Österreichs größtes Unternehmen führen wird. Aus dem Aufsichtsrat wird trend von großen Spannungen berichtet. Bis vor Weihnachten galt Stefan Doboczky, seit Juli 2024 Chef der OMV-Chemie-Beteiligung Borealis, als klarer Favorit von Edith Hlawati, Chefin der Staatsholding ÖBAG und damit des größten OMV-Aktionärs.

Allerdings war der zweitgrößte Eigentümer, die ADNOC aus Abu Dhabi, nicht von dieser Lösung überzeugt. Auch in Österreich führen Kritiker ins Treffen, dass Doboczky als CEO der Lenzing AG 2021 unfreiwillig gehen musste. Und dass sein nächster Arbeitgeber, die deutsche Heubach Group, ein von einer Wiener Holding geführter Pigmenthersteller, kurz nach seinem Wechsel zu Borealis Insolvenz anmeldete.

Auf der anderen Seite macht etwa Alfred Stern laut mit der Sache Vertrauten für seinen möglichen Nachfolger schon gute Stimmung im Konzern. Aber die Skepsis des Gesellschafters aus Abu Dhabi, wo mittlerweile auch Ex-OMV-Boss Rainer Seele eine zentrale Position innehat, zeigte offenbar Wirkung. Die Option Doboczky sei momentan wieder vom Tisch, verlautet aus dem Umfeld der ÖBAG. Die Konzentration gelte internationalen Kandidaten.

Langsam läuft in dieser Causa allerdings die Zeit davon. Eine Entscheidung war schon für 2025 geplant, kam aber wegen verschiedener langwieriger Diskussionen nicht zustande, etwa im Zusammenhang mit dem früheren OMV-Topmann Thomas Gangl, der auch Rückenwind aus der Politik hatte. Als Alternative noch einen ausländischen Kapazunder zu bringen, wird immer schwieriger, weil solche Leute eine Notification Period – der Zeitraum, bis sie wechseln können – von mindestens sechs Monaten haben. Laut einem Insider könnte darum sogar eine Person aus einer fremden Branche zum Zug kommen. Oder auf Varianten zurückgegriffen werden, die schon verworfen wurden. So wurde zu Beginn des Prozesses auch OMV-Vorstand Berislav Gašo als Kandidat genannt. Ein Comeback von Thomas Gangl ist eher unwahrscheinlich. Aber Stefan Doboczky könnte möglicherweise wieder ins Spiel kommen. Bei einer Aufsichtsratssitzung in der zweiten Märzhälfte soll die Entscheidung getroffen werden.

Der Artikel erscheint im trend.PREMIUM vom 20. Februar 2026.

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