
In Zentralbulgarien hat das österreichische Unternehmen Enery das größte Batteriespeicherkraftwerk Osteuropas mit 600 MWh Speicherkapazität eröffnet.
©CREATIVE VISUAL SOLUTIONS LTDGroße Batteriespeicher gelten neuerdings als Wunderwaffe der Stromwende. Doch zwischen Glücksrittertum und staatlich abgesicherter Blackout-Prävention findet die Branche kein wirklich sicheres Geschäftsmodell.
Wer heuer am 1. Mai über Mittag mit seinem Elektrogrill loslegte, konnte richtig Geld verdienen. Bis zu 49,69 Cent je verbrauchte Kilowattstunde Strom gab es zwischen zwölf und 14 Uhr von den Stromanbietern. Ein Elektroauto an einer Elf-kW-Wallbox zu laden brachte damals rund fünf Euro pro Stunde.
Kein singuläres Ereignis. An sonnigen Tagen drückt überschüssiger Strom aus PV-Anlagen den Spotmarktpreis regelmäßig ins Negative: Für den Verbrauch gibt es Geld – zumindest für Kunden mit flexiblen Stromtarifen. Wenn nur wenige Stunden später die PV-Produktion sinkt, weil die Sonne untergeht, schnalzen die Preise wieder hinauf.
Das Hin und Her setzt Stromversorger unter Hochspannung und lässt das Interesse an einer lange ignorierten Technologie der Energiewende explodieren: große Batteriespeicher (Battery Energy Storage Systems, BESS), die genau diese Schwankungen im Stromnetz ausgleichen könnten. Übertragungsnetzbetreiber APG berichtet von einem angefragten Projektvolumen von 12.000 Megawatt (MW) Leistung – das Dreifache aller Pumpspeicher in Österreich und mehr, als an einem kalten Wintertag gebraucht wird.
Auch wenn lange nicht alle angefragten Projekte umgesetzt werden, erinnert die Stimmung tatsächlich an die Hochzeiten der Photovoltaik: Wer jetzt nicht dabei ist, könnte den nächsten großen Trend verpassen (...)
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