225 Jahre Tourbillon: Eine Erfindung, die Geschichte schrieb

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Vor 225 Jahren gelang es Abraham-Louis Breguet, die Schwerkraft zu überlisten. Das von ihm erfundene Tourbillon gilt bis heute als eine der filigransten und komplexesten Komplikationen der Uhrmacherei: Der rotierende Käfig, in dem Unruh und Hemmung gelagert sind, wurde entwickelt, um die Auswirkungen der Schwerkraft auf die Ganggenauigkeit mechanischer Uhren zu minimieren. Entwickelt wurde das Prinzip ursprünglich für Taschenuhren, die meist senkrecht in einer Westentasche getragen wurden. 

Am 26. Juni 1801 erhielt Abraham-Louis Breguet das Patent für seinen „Tourbillon-Regulator“. 225 Jahre später erinnert die Manufaktur mit mehreren neuen Modellen an diese bedeutende Erfindung und zeigt, wie sich das historische Konzept in die Gegenwart übertragen lässt.

Classique Tourbillon 7357: Hommage an eine Ikone

Im Mittelpunkt der Jubiläumskollektion steht die Classique Tourbillon 7357. Sie tritt die Nachfolge einer Uhr an, die selbst längst Geschichte geschrieben hat: der Referenz 3350. Bei ihrer Vorstellung im Jahr 1989 war sie die erste Tourbillon-Armbanduhr der zeitgenössischen Manufaktur Breguet, sie gilt bis heute als Meilenstein der modernen Haute Horlogerie. Ihr Kaliber 558 trug wesentlich dazu bei, das Tourbillon wieder in den Mittelpunkt der mechanischen Uhrmacherei zu rücken.

Die neue 7357 übernimmt dieses Erbe. Sie basiert auf dem neu entwickelten Handaufzugskaliber 187B, einer Weiterentwicklung des legendären Kalibers 558. Angeboten wird das Modell wahlweise in Platin oder Breguet-Gold und trägt die Breguet-Punze als Zertifikat für höchste uhrmacherische Qualität.

„Alles an dieser Kreation ist untrennbar mit der großen Geschichte des Tourbillons verbunden“, sagt Gregory Kissling, CEO von Montres Breguet. „Vor fast 40 Jahren hat sich die Manufaktur dazu entschlossen, diese Komplikation wieder in den Vordergrund zu rücken – eine mutige, eine wichtige Entscheidung, deren enorme Auswirkungen heute in der gesamten Branche spürbar sind.“

Historische Codes, zeitgemäß interpretiert

Gestalterisch knüpft die Classique Tourbillon 7357 an die zum 250-jährigen Markenjubiläum eingeführte Designsprache an. Neu geformte Bandanstöße verbessern den Sitz am Handgelenk, während klassische Breguet-Elemente wie die gebläuten Zeiger und charakteristischen Kannelüren des Gehäuses erhalten bleiben.

Das von Hand guillochierte Zifferblatt aus 18-karätigem Gold verbindet zwei traditionelle Dekore der Maison – „Clou de Paris“ im Zentrum und „Grain d'Orge“ am Rand. Das Tourbillon bei sechs Uhr sitzt leicht unterhalb der Zifferblattebene und verleiht der Komposition zusätzliche Tiefe. Neu gestaltet wurde auch die Brücke des Tourbillons: Anstelle der geraden Konstruktion des historischen Kalibers spannt sich nun eine elegant geschwungene Doppelbrücke über den Käfig. Auf der Rückseite greift ein neu entwickeltes Guilloché-Motiv den Dent de Vaulion auf, den markanten Berg des Vallée de Joux, der Heimat der Manufaktur.

Ein historisches Kaliber für das 21. Jahrhundert

Technisch bleibt Breguet der Tradition treu und nutzt weiterhin die historische Frequenz von 18.000 Halbschwingungen pro Stunde – jene Taktung, die bereits Abraham-Louis Breguet selbst verwendete und die auch das Kaliber 558 auszeichnete. Gleichzeitig wurde das neue Kaliber 187B umfassend modernisiert.

Eine Spirale aus Nivachron, ein Siliziumanker und antimagnetische Komponenten erhöhen Präzision und Widerstandsfähigkeit gegenüber Magnetfeldern. Die Gangreserve wächst auf 60 Stunden. Trotz aller technischen Neuerungen bleibt das Werk ein klassisches Handaufzugskaliber – ganz im Sinne seines historischen Vorbilds.

Zweites Kapitel: die Classique Tourbillon Sidéral 7255

Neben der 7357 präsentiert Breguet mit der Classique Tourbillon Sidéral 7255 eine deutlich experimentellere Interpretation seiner berühmtesten Erfindung. Erstmals kombiniert die Manufaktur ein fliegendes Tourbillon mit einer sogenannten „mysterieusen“ Konstruktion.

Während ein klassisches Tourbillon von einer oberen und unteren Brücke gehalten wird, ist das fliegende Tourbillon ausschließlich unten gelagert und scheint dadurch nahezu frei im Raum zu schweben. Um diesen Effekt zusätzlich zu verstärken, fertigt Breguet Teile des Räderwerks aus entspiegeltem Saphirglas. Die mechanische Verbindung bleibt zwar erhalten, ist für das Auge jedoch praktisch unsichtbar.

Auch das Zifferblatt greift die Geschichte der Erfindung auf. Es besteht aus schwarzer Aventurin-Emaille und erinnert an einen Sternenhimmel – eine Anspielung auf den ursprünglichen astronomischen Bedeutungsgehalt des Begriffs „Tourbillon“ und auf Abraham-Louis Breguets intensive Beschäftigung mit Astronomie und wissenschaftlichen Instrumenten. Die auf lediglich 50 Exemplare limitierte Sonderedition verfügt über ein Platingehäuse und ein Handaufzugswerk mit 50 Stunden Gangreserve.

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