Der Vorsprung der Vorreiter

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 © Tim Dornaus epilogy.photography

Austausch, Weiterbildung und gemeinsames Lernen werden für Unternehmen zunehmend zu einem wichtigen Faktor, um Nachhaltigkeit im Unternehmensalltag zu verankern.

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Die Polykrise verändert Wirtschaft und Märkte. Manche Unternehmen erweisen sich dabei als deutlich krisenfester als andere. Glacier begleitet Organisationen dabei, Nachhaltigkeit nicht nur strategisch zu denken, sondern im Unternehmensalltag zu verankern.

Energiepreise, Lieferkettenprobleme oder immer wieder neue geopolitische Spannungen: Die Unsicherheit ist längst kein Ausnahmezustand mehr, sondern Teil des unternehmerischen Alltags. Für viele Unternehmen bedeutet das steigenden Druck auf Kosten und strategische Entscheidungen. Gleichzeitig zeigt sich ein bemerkenswerter Unterschied: Manche Organisationen kommen deutlich stabiler durch diese Phase als andere.

Der Grund dafür liegt oft Jahre zurück. Unternehmen, die früh begonnen haben, Nachhaltigkeit strategisch in ihre Organisation zu integrieren, erweisen sich heute vielfach als resilienter.

Dass sich dieser Zusammenhang mittlerweile quer durch unterschiedliche Branchen beobachten lässt, zeigen Unternehmen wie Generali, Handler, IT Power Services und TPA. Sie verbindet, dass Nachhaltigkeit dort seit Jahren ein Teil der strategischen Unternehmensentwicklung ist. Gemeinsam mit Glacier, einem auf Nachhaltigkeitstransformation spezialisierten Unternehmen, arbeiten sie daran, Nachhaltigkeit stärker im Unternehmensalltag zu verankern.

Lange galt Nachhaltigkeit vor allem als Pflichtübung oder Kommunikationsthema. Mittlerweile zeigt sich jedoch, dass nachhaltige Maßnahmen direkt die Stabilität eines Unternehmens fördern. „Extremwetterereignisse führen zu häufigeren Schadenfällen. Prävention und Klimaanpassung helfen dabei, Risiken zu reduzieren und Versicherbarkeit langfristig sicherzustellen“, sagt Generali-CEO Gregor Pilgram.

Auch entlang der Lieferketten ver­ändert sich der Blick auf das Thema. „Nachhaltigkeit prägt unsere Liefe­ranten- und Kundenbeziehungen ­maßgeblich“, erklärt Werner Höger, Geschäftsführer von IT Power Services. Wer Risiken früher erkennt, Ressourcen effizienter nutzt und Abhängigkeiten reduziert, könne Krisen deutlich besser abfedern.

Besonders sichtbar wird diese Entwicklung in der Bau- und Immobilienwirtschaft. Energieeffiziente Gebäude, Kreislaufwirtschaft oder neue Bauweisen sind längst keine Randthemen mehr, sondern zunehmend wirtschaftlicher Standard. „Nachhaltigkeit entwickelt sich vom Reporting-Thema zur operativen Marktanforderung“, meint Barbara Freiler, Geschäftsführerin der Handler Holding.

Damit verändert sich auch die Rolle von Nachhaltigkeit in der Unternehmenssteuerung. „Nachhaltiges Handeln ist ein wesentlicher Baustein, um Geschäftsmodelle risikoresistent aufzustellen“, betont Birgit Perkounig, Partnerin bei TPA Österreich. Es gehe dabei laut Perkounig nicht nur um Kennzahlen oder Berichte, sondern um die langfristige ­Stabilität und Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens.

Die eigentliche Herausforderung beginnt allerdings nach der Strategie. Viele Unternehmen wissen mittlerweile, was zu tun wäre, scheitern aber an der Umsetzung. Denn Prozesse müssen angepasst, Mitarbeitende eingebunden und neue Kompetenzen aufgebaut werden.

Genau an diesem kritischen Punkt setzt Glacier an. Das Unternehmen begleitet Organisationen bei der nachhaltigen Transformation mit einem zweigeteilten Ansatz: Einerseits automatisieren datenbasierte Tools Reportingprozesse und schaffen Freiräume für operative Umsetzung. Andererseits werden Mitarbeitende durch Schulungen und Formate gezielt befähigt, Nachhaltigkeit im Unternehmen aktiv mitzutragen.

Denn viele Herausforderungen lassen sich nicht mehr isoliert lösen. Gerade in Zeiten permanenter Unsicherheit wird der Austausch zwischen Unternehmen zu einem entscheidenden Faktor.

Die zentrale Erkenntnis bleibt dabei dieselbe: Nachhaltigkeit zeigt ihre Wirkung nicht in stabilen Zeiten, sondern unter Druck. Unternehmen, die früh investiert haben, profitieren heute von ­geringeren Risiken und größerer Anpassungsfähigkeit.

„Resilienz entsteht nicht in der Krise, sondern davor“

Rainhard Fuchs, CEO von Glacier, über Reife, Unsicherheit und warum Nachhaltigkeit

zum strategischen Faktor wird.

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Rainhard Fuchs, CEO von Glacier.

 © BEIGESTELLT

Trend: Sind Unternehmen beim Thema Nachhaltigkeit heute weiter als noch vor ­einem Jahr?

Fuchs: Ja – zumindest jene, die es ernst meinen. Wir sehen einen deutlich höheren Reifegrad. Nachhaltigkeit ist nicht mehr bei einer einzelnen Person aufgehängt, sondern strukturell im Unternehmen verankert. Gleichzeitig steigt aber auch die Unsicherheit.

Woher kommt diese Unsicherheit?

Vor allem durch die Regulatorik. Viele Unternehmen haben sich vorbereitet, dann wurden Vorgaben wieder geändert oder sind unklar geblieben. Das erschwert strategische Entscheidungen. Der größere Fehler ist aber, Nachhaltigkeit nur daran auszurichten. Wer von Regulierung zu Regulierung denkt, wird nicht ­resilient.

Was macht nachhaltige Unternehmen krisenfester?

Ganz konkret: geringere Abhängigkeiten. Wer Energie effizient nutzt oder seine Lieferketten diversifiziert hat, ist weniger anfällig für Preisschocks oder Ausfälle. Nachhaltigkeit wirkt direkt auf Kosten, Risiken und damit auf die Stabilität des Geschäfts.

Trotzdem stehen viele Unternehmen unter Kostendruck. Wird Nachhaltigkeit da nicht schnell gestrichen?

Kurzfristig vielleicht. Aber was man heute einspart, zahlt man später doppelt. Nachhaltigkeit beeinflusst heute längst Finanzierung, Kapitalzugang und die Attraktivität als Arbeitgeber. Das Thema verschwindet nicht, der Druck wird eher größer.

Wo scheitert Umsetzung heute am häufigsten?

Wenn Nachhaltigkeit als Projekt gesehen wird. Erfolgreiche Unternehmen verankern das Thema in der Breite über Weiterbildung und klare Verantwortlichkeiten. Dann wird es Teil des Alltags.

Wer heute noch zögert, verliert den Anschluss?

Ja, ganz klar. Es geht um Kapitalzugang, Talente und Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig entstehen große Chancen: Unternehmen, die jetzt handeln, bauen sich einen strukturellen Vorteil auf und werden langfristig stabiler. Und: ­Viele dieser Herausforderungen lassen sich nicht alleine lösen. Der Austausch zwischen Unternehmen wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor.

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