
Herrschte vor ein paar Jahren noch ein Riesengedränge am Flughafen Wien, so ziehen sich vor allem Low-Cost-Carrier sukzessive zurück.
©APA-Images/photonews.at/Georges SchneiderHohe Steuern und Gebühren treiben Airlines in die Nachbarländer und lassen die Passagierzahlen am Luftfahrtstandort Österreich sinken. Die Forderung nach einer Senkung der Ticketsteuer wird immer lauter.
Bei Dušan Novota ist die Freude groß: „Wir haben heuer bereits im April jene Passagieranzahl erreicht, die wir letztes Jahr erst in den Sommermonaten hatten.“ Statt 147.000 Passagieren im April letzten Jahres freut sich der CEO des Airports Bratislava diesen April bereits über 361.000 Reisende. Das entspricht einem hübschen Plus von 145 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor allem Destinationen wie Rom, London und Barcelona boomen.
Rund 65 Kilometer weiter westlich, am Flughafen Wien, ist die Stimmung etwas eingetrübter: Um mehr als acht Prozent brach das Passagieraufkommen hier im selben Zeitraum ein. „Das Luftfahrtgeschäft war schon einmal lustiger“, gibt Julian Jäger, Co-CEO des Flughafens Wien, zu. „Dennoch sind wir wirtschaftlich gut aufgestellt“, versichert er. Jedenfalls soll die bereits angekündigte Jahresprognose, die einen Rückgang der Passagiere in Schwechat von 32,6 auf 30 Millionen vorsieht, halten.
Nun ist der Airport Wien nach wie vor mehr als siebenmal größer als der kleine Nachbar in der Slowakei, doch die Reise geht in eine eindeutige Richtung: Während die Slowakei aktuell boomt, kriselt es in Wien. Noch stärker trifft es Regionalflughäfen wie Linz oder Klagenfurt, die im ersten Quartal jeweils Rückgänge von mehr als 20 Prozent zu verzeichnen hatten. Julian Jäger, auch neu gewählter Präsident der Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Verkehrsflughäfen, ist alarmiert: „Der Kostendruck auf die Luftfahrt ist hoch, und der Regionalflugverkehr ist hier besonders volatil“, warnt er. „Wenn der Luftfahrtstandort Österreich also nicht in den Sinkflug übergehen soll, muss er konkurrenzfähiger werden – wie durch eine Abschaffung der Flugabgabe.“
Eben diese Flugabgabe oder Ticketsteuer bewegt die Gemüter neben geopolitischen Sperren und der Sorge um Kerosinknappheit aktuell besonders stark (...)
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