Morgendliche Erektionen: Ein unverzichtbares männliches Phänomen

Morgendliche Erektionen: Ein unverzichtbares männliches Phänomen

Sie sind so gesund wie normal und gehören zum Leben eines Mannes wie Essen und Schlafen – die im Fachjargon als "nocturnal penile tumescence" bekannten morgendlichen Erektionen. Bleiben sie aus, so kann das ein Hinweis auf gesundheitliche Probleme sein. Auch Manager-Krankheiten wie Stress können zu einem Ausbleiben des Phänomens führen. Mediziner raten dann dazu, einen Arzt aufzusuchen.

Erektionen entstehen, indem der Blutzufluss in den Schwellkörpern gesteigert wird, während es gleichzeitig zu einer Drosselung des Blutabflusses kommt. Vereinfacht gesagt fließt mehr Blut hinein als hinausfließt, das Gewebe saugt sich wie ein Schwamm voll und der Penis versteift sich. Wichtig für diesen ausgeklügelten Vorgang ist neben einer sexuellen Stimulation auch eine gute Funktion der Blutgefäße.

Männer, die morgens mit einem erigierten Penis aufwachen, haben daher doppelt Grund zur Freude: Das in medizinischen Fachkreisen als "nocturnal penile tumescence" bezeichnete Phänomen ist ein Hinweis auf eine ausreichende Durchblutung. Ganz nebenbei ergibt sich so die Gelegenheit, in puncto Sex spontan zur Tat zu schreiten.

Wichtig und gesund

Eine Erektion nach dem Aufwachen ist zwar sicher nicht in jeder Situation von Vorteil, hat aber in gesundheitlicher Hinsicht einen sinnvollen Hintergrund, wie der Wiener Facharzt für Urologie und Andrologie, Assoc. Prof. Dr. Markus Margreiter, erklärt: „Dieser Mechanismus zielt darauf ab, die Sauerstoffversorgung der Schwellkörper aufrechtzuerhalten. Somit wird nachts einem Durchblutungsmangel des Penis vorgebeugt.“ Im Rahmen des REM-Schlafes sei es völlig normal, Erektionen zu entwickeln, um das Gewebe mit Blut und damit mit Sauerstoff zu versorgen, so der Experte. Gesunde Männer haben nachts mehrere Erektionen, die unterschiedlich lang andauern. „Diese Erektionen sind jedoch nicht sexuell bedingt, sondern treten unwillkürlich auf.“, weiß Margreiter.

Peinlich oder praktisch?

Hin und wieder gibt es Momente, in denen eine morgendliche Erektion als störend oder gar peinlich empfunden wird. Die deutsche Sex-Expertin, Kolumnistin und Autorin Paula Lambert ist der Ansicht, dass es ratsam wäre, diesem Thema „ganz entspannt und locker“ zu begegnen. „Ich empfinde das als keine große Sache. Aber charmant und offensiv damit umgehen sollte ein Mann schon, denn er hat ja keine andere Wahl. Und keine Frau der Welt wird sich darüber lustig machen, jedenfalls nicht ohne sein Einverständnis. Außerdem lassen sich Morgenerektionen fabelhaft in die sexuelle Tagesplanung integrieren.“ Und Arzt Margreiter ergänzt: „Mit dem Thema Sexualität sollte man am besten natürlich umgehen und weder an sich selbst noch an die Partnerin falsche Erwartungen haben.“

Ein Ausbleiben kann auf gesundheitliche Probleme hindeuten

Beobachtet ein Mann über einen längeren Zeitraum hinweg, dass seine morgendlichen Erektionen ausbleiben, ist ein Besuch beim Arzt ratsam. „Auch wenn es paradox klingt, aber Probleme in Bezug auf Erektionen kann man eigentlich als Glücksfall bezeichnen. Diese sind nämlich in den meisten Fällen ein Zeichen dafür, dass gesundheitliche Probleme bestehen, die dringend abgeklärt werden sollten.“, gibt Dr. Margreiter zu bedenken. Die Situation sei natürlich tragisch für einen Betroffenen, könne aber auch als Warnsignal gedeutet werden. „Nur weil morgendliche Erektionen ausbleiben, heißt das nicht automatisch, dass der Patient impotent ist. Eine mögliche Ursache können übermäßiger Stress oder Überanstrengung sein. Fehlende Erektionen können jedoch auch ein Hinweis auf eine organische Ursache sein oder auch an Sauerstoffmangel während des Schlafes, z.B. bedingt durch Schlafapnoe (Atemstillstand, Anmerkung), liegen.“ Wer diesbezüglich Unregelmäßigkeiten an sich feststelle, solle im Zweifelsfall einen Urologen aufsuchen.

Wie auch immer man mit dem Thema Morgenerektion umgeht, diese hochinteressante Einrichtung der Natur kann sowohl eine Menge Freude bereiten, als auch für amüsante Momente sorgen, wie Lambert zu berichten weiß: „Ich erinnere mich an einen Nachbarn, der schräg gegenüber von mir jeden Morgen verzweifelt versuchte, seine Morgenerektion in den Griff zu bekommen, teilweise mit verblüffend roher Gewalt.“

Auch wenn jeder mit diesem Phänomen anders umgeht, so gilt gleichermaßen für alle: Eine Morgenlatte ist für den Mann ein Grund zur Freude – ist sie doch ein Indiz für seine Manneskraft und gute Gesundheit.

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