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Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Juli der Jahre 2016 bis 2019 – also vor der Corona-Pandemie – liegt die aktuelle Zahl der Pleiten sogar um 75 Prozent höher: Die Zahl der Insolvenzen bleibe damit auf einem "außergewöhnlich hohen Niveau", erläuterten die Forscher.
Die lange Krise habe offenbar die Reserven vieler kleinerer Unternehmen aufgebraucht, sagte Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung. "Die Marktbereinigung hält unvermindert an. Auch in den Folgemonaten ist deshalb mit sehr vielen Insolvenzen zu rechnen." Im Juli gab es im Sektor unternehmensnahe Dienstleistungen sowie bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern die höchste jemals im Insolvenztrend erfasste Zahl an Pleiten. Ungewöhnlich niedrig war die Zahl der Insolvenzen dagegen im Gastgewerbe.
Laut IWH-Insolvenztrend waren im Juli in den größten 10 Prozent der insolventen Unternehmen mehr als 13.000 Jobs betroffen. Damit liegt die Zahl der betroffenen Beschäftigten leicht unter der im Juni. In der Industrie waren mit knapp 6.000 Jobs etwas mehr Arbeitsplätze betroffen als im Durchschnitt der vergangenen zwölf Monate. Für seine Analysen wertet das IWH die aktuellen Insolvenzbekanntmachungen der deutschen Registergerichte aus und verknüpft sie mit Bilanzkennzahlen betroffener Unternehmen.
ERFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa-Zentralbild/Martin Schutt