Neues KI-Tool für Erstauskunft zu Rechtsthemen

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Wolfgang Deutschmann

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Das neues KI-Tool AIawyer will den Zugang zum Recht einfach und kostengünstig gestalten. Die Wiener Rechtsanwaltskammer ist davon wenig begeistert.

Die Plattform Alawyer wurde von Gründer Wolfgang Deutschmann entwickelt, sie soll der breiten Masse den Zugang zum Recht erleichtern. „Wir wenden uns damit gezielt an Nicht-Juristen und wollen den Zugang zum Recht demokratisieren“, sagt der 34-jährige Grazer im Gespräch mit dem trend. Zu dieser Demokratisierung gehört auch ein verglichen mit anderen rechtlichen KI-Plattformen günstiges Abo-Modell. Ab 25 Euro im Monat ist man dabei. Dafür beantwortet Alawyer zwischen 30 und 50 Rechtsfragen. Diese Rechtsfragen gehen sogar bis zum Aufsetzen von Dokumenten oder der rechtlichen Überprüfung von umfangreichen Verträgen (bis zu 1000 Seiten).

In der Testphase, an der auch Anwälte, Unternehmer und Studenten teilgenommen haben, lieferte das Tool gute Ergebnisse. „Die Trefferquote liegt bei 90 bis 95 Prozent“, berichtet Deutschmann. AIawyer wurde davor auch mit vielen Rechtsquellen gefüttert: vom Firmenbuch über das Grundbuch, FinDok, Ris, Eurolex und Fachliteratur ist alles dabei. Dabei will Deutschmann sein Tool weit über die heimischen Grenzen hinaus anbieten. Elf Jurisdiktionen sind vom Tool bereits umfasst. „Wir wollen bis Jahresende 1000 Unternehmen gewinnen“, gibt der Gründer die Marschrichtung vor.

AIawyer als Ersatz für Lawyer?

„Wir wollen damit aber keineswegs Juristen ersetzen“, erläutert Deutschmann. Aber viele Anwälte seien froh, wenn Mandanten bereits mit validem Vorwissen zu ihnen kommen, so der Unternehmer, der selbst einmal Jus studiert hat. Bislang hat er zwischen 750.000 und einer Million Euro in AIawyer investiert, aus Italien winkt zusätzlich eine Förderung im Umfang von 1,5 Millionen Euro. Für den Grazer ist das bereits sein insgesamt drittes großes Projekt nach der Recruiting- und Karriere-Plattform für die Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsbranche taxado der Crowdinvesting-Plattform Rockets Holding.

Peter Csoklich, Präsident der Wiener Rechtsanwaltskammer zeigt sich dagegen skeptisch: „Zu mir kommen auch oft Mandanten mit KI-generierten Schriftsätzen. Das Ergebnis ist aber häufig unbrauchbar, weil die Nutzer das rechtliche Problem meist nicht einschätzen können und deshalb die falschen Prompts verwenden.“ Nachsatz: „Unsere Arbeit wird dadurch eher mühsamer, weil man die Klienten von ihrer KI-Recherche erst abbringen muss.“

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