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Die Sorge vor einem Scheitern der Feuerpause zwischen den USA und dem Iran wuchs am Montag. Grund dafür ist nach der Beschlagnahmung eines iranischen Frachtschiffs durch die Amerikaner die Drohung Teherans mit Vergeltung. Außerdem lehnte die iranische Regierung eine neue Verhandlungsrunde ab, die Washington vor dem Auslaufen der Feuerpause am Dienstag anstoßen wollte. Infolge dessen stiegen die Ölpreise an. Marktteilnehmer befürchten eine anhaltende Störung des Schiffsverkehrs im Persischen Golf.
Die neuen Spannungen drohen die Schwankungsintensität zu Beginn der neuen Woche abermals zu erhöhen, meinte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst Consorsbank. "Anleger sehen eine erneute Schließung der Straße von Hormuz als Teil der Verhandlungen, und niemand rechnet damit, dass diese ohne Wendungen und Rückschläge auskommen werden." Solange jedoch der Iran auf Schiffe feuere und das ungewisse Fristende des Waffenstillstands näher rücke, wird die Nervosität auf dem Parkett nicht abnehmen.
Unternehmensseitig ist heute nicht viel zu erwarten. Der Kautschuk- und Gummispezialist Semperit teilte am Freitagabend mit, ein gutes erstes Quartal 2026 zu erwarten. Allerdings bleibe die Prognose für das Gesamtjahr unverändert. Demnach soll das EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) im ersten Quartal mit rund 26 Mio. Euro nur wenig unter dem Ergebnis des 4. Quartals 2025 (27,4 Mio. Euro) liegen, damit aber wesentlich besser ausfallen als das besonders schlechte Vorjahresquartal (11,1 Mio. Euro).
Die Guidance für das Gesamtjahr 2026 mit einem operativen EBITDA (vor Projektkosten von rund 5 Mio. EUR) von rund 95 Mio. Euro bleibe aufrecht, heißt es. Allerdings seien "mögliche Engpässe bei Verfügbarkeiten von Rohstoffen" darin nicht abgebildet. Die Warburg beließ ihre Kaufempfehlung "Buy" für Semperit, erhöhte aber das Kursziel von 21,00 auf 22,00 Euro. Die Semperit-Aktie verlor dennoch 0,33 Prozent auf 14,90 Euro.
In einem schwachen europäischen Bankensektor zeigten sich auch RBI (-3,90 Prozent), Erste Group (-2,95 Prozent) und BAWAG (-1,94 Prozent) mit deutlichen Abgaben. Auch der Reise- und Freizeitsektor geriet unter Druck. Do&Co-Werte gaben um 4,26 Prozent nach.
An der ATX-Spitze lagen die Aktien von OMV (+2,20 Prozent) und von Verbund (+1,88 Prozent). Die Titel des steirischen Leiterplattenherstellers AT&S kennen weiterhin kein Halten mehr und verteuerten sich um 1,89 Prozent.