
von
Die Sorge vor einem Scheitern der Feuerpause zwischen den USA und dem Iran wuchs am Montag. Eine Verlängerung der zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran steht nach der Kaperung eines iranischen Frachtschiffs durch US-Streitkräfte auf der Kippe. Die Regierung in Teheran kündigte am Montag Vergeltung an und lehnte eine Teilnahme an neuen Friedensgesprächen vorerst ab. Der Iran warf den USA staatlichen Medien zufolge "bewaffnete Piraterie" vor. Die Waffenruhe läuft in der Nacht zum Mittwoch aus.
Die neuen Spannungen drohen die Schwankungsintensität zu Beginn der neuen Woche abermals zu erhöhen, meinte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst Consorsbank. "Anleger sehen eine erneute Schließung der Straße von Hormuz als Teil der Verhandlungen, und niemand rechnet damit, dass diese ohne Wendungen und Rückschläge auskommen werden."
Die OMV hat sich 56.000 Tonnen Rohöl aus der staatlichen Pflichtnotstandsreserve gesichert, wie das Wirtschaftsministerium am Montag bekanntgab. Die Menge wurde demnach zu marktüblichen Preisen bereitgestellt, um zur Stabilisierung der Energiemärkte beizutragen. OMV gewannen im Verlauf 2,00 Prozent.
Der Kautschuk- und Gummispezialist Semperit teilte am Freitagabend mit, ein gutes erstes Quartal 2026 zu erwarten. Allerdings bleibe die Prognose für das Gesamtjahr unverändert. Demnach soll das EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) im ersten Quartal mit rund 26 Mio. Euro nur wenig unter dem Ergebnis des 4. Quartals 2025 (27,4 Mio. Euro) liegen, damit aber wesentlich besser ausfallen als das besonders schlechte Vorjahresquartal (11,1 Mio. Euro).
Die Guidance für das Gesamtjahr 2026 mit einem operativen EBITDA (vor Projektkosten von rund 5 Mio. EUR) von rund 95 Mio. Euro bleibe aufrecht, heißt es. Allerdings seien "mögliche Engpässe bei Verfügbarkeiten von Rohstoffen" darin nicht abgebildet. Warburg-Analysten beließen ihre Kaufempfehlung "Buy" für Semperit, erhöhten aber das Kursziel von 21,00 auf 22,00 Euro. Die Semperit-Aktie notierte mit minus 0,7 Prozent bei 14,85 Euro.
In einem schwachen europäischen Bankensektor zeigten sich auch RBI (-4,1 Prozent), Erste Group (-3,3 Prozent) und BAWAG (-1,9 Prozent) mit deutlichen Abgaben. Auch der Reise- und Freizeitsektor geriet unter Druck. Do&Co-Werte gaben um 2,9 Prozent nach. Am ATX-Ende fanden sich die Aktien von FACC. Die Werte des Luftfahrtzulieferers verbilligten sich um 5,0 Prozent, nachdem sie am Freitag noch um 7,59 Prozent zugelegt hatten.
An der Spitze des heimischen Leitindex lagen die Aktien von AT&S. Die Aktien des steirischen Leiterplattenherstellers kennen weiterhin kein Halten und verteuerten sich um weitere 3,9 Prozent. Beflügelt zeigten sich auch die Verbund-Papiere mit einem Zuwachs von 1,6 Prozent.