Wiener Börse nach EZB-Entscheid weiter im Minus

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Steigende Ölpreise bremsen Aktien - Banken schwächeln
 © APA/APA/THEMENBILD/HELMUT FOHRINGER
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Ein kräftiger Ölpreisanstieg hat den Wiener Aktienmarkt am Tag der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) belastet. Der Brent-Ölpreis für den September-Kontrakt stieg wegen der anhaltenden Angriffe im Iran-Krieg bis knapp unter die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar, was an den Finanzmärkten Inflationsängste schürt. Der geldpolitische Beschluss brachte dagegen keine Überraschung und gab dem Markt keine neue Richtung mehr.

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Der ATX fiel am Donnerstagnachmittag um 1,42 Prozent auf 6.435,40 Punkte, womit der Leitindex die Erholungsgewinne der Vortage teilweise wieder abgab. Er bleibt in der Konsolidierungsspanne zwischen 6.300 Zählern und dem Rekordhoch bei knapp 6.600 Einheiten. Für den ATX Prime ging es um 1,43 Prozent auf 3.167,57 Zähler hinab.

Die EZB ließ wie erwartet ihre geldpolitischen Schlüsselzinssätze unverändert. Der Einlagensatz bleibt trotz anhaltender Inflationsgefahren bei 2,25 Prozent. Die Unsicherheit sei nach wie vor hoch, und die Auswirkungen des Energieschocks auf die Inflation seien noch nicht vollständig zum Tragen gekommen, schrieben die Währungshüter in dem begleitenden Statement. Jedoch sehe sich der EZB-Rat gut positioniert, um die durch den Konflikt verursachte Unsicherheit zu bewältigen. Am Markt wird derzeit mit einer Zinserhöhung im September bzw. mit zwei Schritten bis Jahresende gerechnet.

Belastend hinzu kam, dass die nach US-Börsenschluss vorgestellten Zahlen großer US-Konzerne die Anleger nicht überzeugten, während auch die Quartalsberichte einiger europäischer Unternehmen unter den Erwartungen lagen. In Wien blieb die Meldungslage bis auf Analystenstudien dünn. Hinabgezogen wurde der ATX vor allem von den schwer gewichteten Banken, wobei die Anteilscheine der Erste Group 3,4 Prozent einbüßten.

RBI verloren drei Prozent auf 54,30 Euro. Trotz steigender Kosten dürfte ein wachsender Nettozinsertrag sowie steigende Gebühreneinnahmen einen Anstieg des Vorsteuergewinns um zwei Prozent unterstützen, erwartet Analystin Marlene Eibensteiner von der Deutschen Bank mit Blick auf die kommenden Quartalszahlen. Sie hob ihr Kursziel für die Titel von 37 auf 40 Euro an, beließ die Titel aber bei "Hold".

Wienerberger gaben nach der Stabilisierung am Vortag wieder 1,2 Prozent auf 21,02 Euro ab. Hier senkten die UBS-Analysten in Reaktion auf die Gewinnwarnung des Baustoffkonzerns ihr Kursziel von 21,00 auf 18,00 Euro. Das Anlagevotum "Sell" wurde von Analyst Julian Radlinger unverändert beibehalten.

Mit Blick auf die am Donnerstag wenig bewegten Verbund-Anteile bekräftigten sowohl die UBS als auch die Deutsche Bank ihre Verkaufsempfehlungen. Die niedrigen Wasserstände würden weiterhin einen Gegenwind darstellen, schrieb etwa UBS-Analystin Wanda Serwinowska.

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