Wiener Börse gibt weiter nach, ATX verliert 0,6 Prozent

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Erneut steigende Ölpreise und Renditen
 © Themenbild, Apa, HELMUT FOHRINGER
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Nach drei Verlusttagen in Folge zeichnet sich an der Wiener Börse auch am Donnerstag keine Trendwende ab. Einmal mehr boten steigende Ölpreise und Anleihenrenditen ein ungünstiges Umfeld für Aktien. Der ATX fiel am Nachmittag um 0,55 Prozent auf 6.556,32 Punkte. Für den ATX Prime ging es um 0,60 Prozent auf 3.225,74 Zähler hinab. Auch das europäische Umfeld tendierte etwas schwächer.

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Bereits in den vergangenen Tagen hatten steigende Anleiherenditen und hohe Energiepreise den österreichischen Leitindex rund zwei Prozent von seinem Rekordniveau abrutschen lassen. Die viel beachtete 21-Tage-Linie bei 6.579 Punkten hat der Leitindex bereits nach unten durchbrochen, während die 50-Tage-Linie bei 6.515 Zählern als weiterer viel beachteter Trendindikator noch etwas entfernt ist.

Auch am Berichtstag stiegen die Öl- und Gaspreise weiter an. Vor dem Hintergrund fehlender Erfolge bei den Verhandlungen mit Teheran hatte US-Präsident Donald Trump mit einem beispiellosen "Wirtschaftskrieg" gedroht. "Der Konflikt soll nicht mehr möglichst schnell beendet werden", hieß es dazu vom Analysedienst Index Radar. "Stattdessen soll der Iran wirtschaftlich schrittweise stärker unter Druck geraten." Inzwischen zogen die Renditen am Anleihemarkt wieder an, womit sich die Erholung im Zusammenhang mit aufgestockten Rückkäufen durch die US-Regierung als kurzlebig erweisen könnte.

Zahlenvorlagen der UNIQA, SBO und Mayr-Melnhof riefen eine gemischte Marktreaktion hervor. Während erstere am ATX-Ende fünf Prozent einbüßten, lagen SBO mit plus 0,9 Prozent in der Gewinnzone. Außerhalb des Leitindex fielen Mayr-Melnhof um 3,3 Prozent.

Die UNIQA meldete für das erste Halbjahr ein Prämien- und Gewinnwachstum von zwölf bzw. 10,5 Prozent. Der Ausblick für das Gesamtjahr wurde bestätigt. Analyst Thomas Unger von der Erste Group verwies darauf, dass die unveränderte Guidance auf eine vorsichtige Haltung des Managements hindeute, die wohl auch die Erwartung höherer wetterbedingter Schäden im zweiten Halbjahr widerspiegle.

Einen Umsatz- und Gewinneinbruch verbuchte dagegen der Ölfeldausrüster SBO. Ein Lichtblick war der steigende Auftragseingang, zudem verwies Erste-Analystin Vladimira Urbankova auf Umsatzmomentum und steigende Margen im zweiten Quartal. Die erwartete Geschäftserholung dürfte im zweiten Halbjahr folglich langsam in Gang kommen, schlussfolgert die Expertin.

Auch Mayr-Melnhof veröffentlichte rückläufige Umsatz- und Ergebniskennzahlen, auch wegen eines Sondereffekts aus dem Verkauf der TANN-Gruppe im Vorjahr. Für die zweite Jahreshälfte erwartet der Verpackungskonzern ein anhaltend schwieriges Umfeld. Marktanalyst Oliver Wojahn von MWB Research attestierte dem Unternehmen betriebliche Resilienz in einem schwierigen Umfeld. Strukturelle Einsparungen, gezielte Preisanpassungen und strategische Vorhaben wie die Akquisition des Werks in Arnsberg würden die mittelfristige Perspektive stützen.

Unter den ATX-Schwergewichten lasteten voestalpine mit minus 3,3 Prozent auf dem Index. Europaweit dürften die höheren Energiepreise auf dem Sektor lasten.

In der zweiten Börsenreihe erhöhten sich Semperit um 1,5 Prozent auf 16,60 Euro. Nach mehreren positiven Analystenreaktionen auf die Quartalszahlen von vergangener Woche hob nun auch die Erste Group ihr Kursziel von 14,2 auf 17,8 Euro an. Analystin Urbankova beließ die Titel jedoch auf "Hold".

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